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Die Gastgeber in Castel Gandolfo Die Gastgeber in Castel Gandolfo

Mittagessen mit Leo: „Die Schwächsten sind das Herz der Kirche“

In den Gärten der päpstlichen Sommerresidenz Castel Gandolfo ist an diesem Samstag ein Zeichen für Gastfreundschaft und eine offene Kirche gesetzt worden. Das Zentrum für Höhere Bildung Laudato Si’ hatte zu einem Begegnungstag im Borgo Laudato Si’ eingeladen, an dem zweihundert Menschen in schwierigen Lebenslagen, darunter 35 Kinder, teilnahmen.

Mario Galgano - Vatikanstadt

Die Veranstaltung begann mit einer feierlichen Messe, die Kardinal Fabio Baggio, Generaldirektor des Zentrums, und Erzbischof de San Martín, Präfekt des Dikasteriums für den Dienst der Nächstenliebe, gemeinsam zelebrierten. Nach einer anschließenden Führung durch das Areal kamen die Gäste zu einem gemeinsamen Mittagessen mit Papst Leo XIV. zusammen.

Kardinal Baggio hebt den besonderen Tag hervor

In der ersten Ansprache von Kardinal Baggio wurde hervorgehoben, dass die Anwesenheit des Papstes diesem Tag eine besondere Bedeutung verleihe. Es gehe nicht nur um die Natur, sondern um eine tiefere Erfahrung: „die Schwächsten, den wahren Schatz und das schlagende Herz der Kirche, in den Mittelpunkt zu stellen“. Natur sei nicht wichtiger als der Mensch, und eine wahre Ökologie erfordere auch den Blick auf die Betroffenen am Rand der Gesellschaft. Unter Verweis auf die christliche Tradition wurde betont, dass sich im Antlitz der Schwachen und Benachteiligten das Gesicht Christi auf sakramentale Weise offenbare. „Wenn du Christus nicht im Armen an der Kirchentür findest, wirst du ihn auch nicht im Kelch des Altars finden“. Kardinal Baggio ist als Generaldirektor des ökologischen Studienzentrums Laudato Si mit einem der wichtigsten Projekte des umweltbewegten Papstes betraut. 

Mittagessen mit dem Papst in Castel Gandolfo
Mittagessen mit dem Papst in Castel Gandolfo   (@Vatican Media)

Kardinal Reina bedankt sich im Namen der Diözese Rom

Ein weiterer Redner, Kardinal Baldassare Reina, Generalvikar des Papstes für das Bistum Rom und Erzpriester der Lateranbasilika, drückte im Namen der Diözese Rom Dankbarkeit für diesen Moment der Geschwisterlichkeit aus. Die Kirche der italienischen Hauptstadt versuche täglich, eine „Kirche im Aufbruch“ zu sein, die aktiv die Peripherien des Daseins aufsuche und sich um Einsame und Leidende kümmere. Pfarrgemeinden, die Caritas, Suppenküchen, Herbergen und zahlreiche Freiwillige wirkten oft abseits des Rampenlichts, im Geiste der Fußwaschung Jesu an seinen Jüngern. Im Borgo Laudato Si’ entstehe ein Modell, in dem die Bewahrung der Schöpfung und die Förderung der Menschenwürde Hand in Hand gingen. Die Kirche habe gelernt, den Schrei der Erde und den Schrei der Armen als einen einzigen Schrei zu vernehmen.

Kurienerzbischof Marín de San Martín über die Schönheit der Schöpfung

Die dritte Ansprache hielt Erzbischof Marín de San Martín. Er hieß den Papst und alle Anwesenden willkommen und bezeichnete den Ort als ein Haus, in dem die Schönheit der Schöpfung an die Zusammengehörigkeit der menschlichen Familie erinnere. Angesichts einer Kultur, die Gefahr laufe, Arme, Migranten und ältere Menschen auszugrenzen, wolle dieser Ort ein Zeichen der Hoffnung sein. Das gemeinsame Essen setze die Tradition Jesu fort, der den Tisch zu einem Ort der Versöhnung gemacht habe. Das Zentrum für Höhere Bildung verfolge das Ziel, einen neuen Blick zu vermitteln, der die unantastbare Würde jedes Einzelnen anerkenne. Die Anwesenheit des Papstes zeige, dass die Kirche dann ein Zuhause sei, wenn alle Menschen ihren Platz an demselben Tisch fänden. 

(vatican news)

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11. Juli 2026, 13:23