Papst Leo XIV. besucht Benediktiner-Klöster in Subiaco
Am späten Mittwochvormittag verließ Papst Leo XIV. den Wallfahrtsort der Heiligen Dreifaltigkeit, eine der am meisten verehrten Kultstätten des zentralen Apennins, und erreichte gegen Mittag mit dem Auto das etwa dreißig Kilometer entfernte Kloster San Benedetto in Subiaco. Bei seinem Besuch des Klosterkomplexes, so teilt die Vatikanische Pressestelle auf ihrem Telegram-Kanal mit, verweilte er in stiller Meditation vor dem Fresko des Heiligen Franziskus aus dem 13. Jahrhundert - das älteste erhaltene Bildnis des Heiligen, wie das Kloster auf seiner Webseite mitteilt. Im „Sacro Speco“, der Höhle, in welcher der heilige Benedikt von Nursia der Überlieferung zufolge Anfang des 6. Jahrhunderts einige Jahre als junger Einsiedler verbracht hatte, küsste er traditionsgemäß das Knie der Statue des Heiligen und sprach gemeinsam mit den Anwesenden das Vaterunser.
Anschließend begab er sich zum Kloster Santa Scolastica, wo er mit der Benediktinergemeinschaft zu Mittag aß und die Kreuzgänge sowie das Kloster besichtigte. Nach 16 Uhr brachen der Papst und seine Begleiter wieder auf, um nach Castel Gandolfo zurückzukehren.
Freude und Dankbarkeit der Benediktinergemeinschaft
„Die Benediktinergemeinschaft von Subiaco begrüßt mit Freude und Dankbarkeit den Besuch Seiner Heiligkeit Papst Leo XIV. in den Heiligen Klöstern, dem Ort, an dem der heilige Benedikt seinen spirituellen Weg begann.“ So äußerte sich der Ordensabt von Subiaco, Dom Mauro Meacci, gegenüber der Nachrichtenagentur SIR. „Die Anwesenheit des Heiligen Vaters“, so fährt er fort, „erneuert die Verbindung zwischen der Kirche und dem benediktinischen Charisma und erinnert alle an den Vorrang des Gebets, des Hörens auf das Wort Gottes und der Suche nach Frieden.“
Die Botschaften des Papstes an die Klostergemeinschaft
In das Gästebuch des Klosters San Benedetto schrieb der Papst: „Ora et labora… Das Zeugnis der Benediktinermönche ist gültig und in der heutigen Kirche und Welt von großer Bedeutung. Ich danke dieser Gemeinschaft für den wunderbaren Empfang und lade euch ein, gemeinsam mit der ganzen Kirche für den Frieden in der Welt zu beten. Mit meinem Segen. Am Fest der Heiligen Maria Magdalena“.
Im Gästebuch des Klosters Santa Scolastica schrieb er den Satz: „Ich danke dem Herrn für die Gnade, diesen heiligen Ort am liturgischen Fest der Heiligen Maria Magdalena besuchen zu dürfen, die als Erste die Auferstehung des Herrn verkündete.“
Beeindruckende Tradition
Subiaco, das rund 75 km östlich von Rom liegt, gilt als Ursprungsort des abendländischen Mönchtums. Um das Jahr 500 zog sich der heilige Benedikt von Nursia als junger Eremit in die Felshöhle Sacro Speco zurück. Daraus entstand ein Komplex aus zwölf Klöstern, von denen heute vor allem zwei bekannt sind: Das Kloster Santa Scolastica, das einzige noch erhaltene Kloster, das der heilige Benedikt selbst gründete und das Kloster San Benedetto (oder „Sacro Speco“).
Santa Scolastica wurde nach der Zerstörung durch die Langobarden im 9. Jahrhundert wieder aufgebaut und im Laufe der Jahrhunderte erweitert. Die Anlage vereint Kreuzgänge in den Stilen der Gotik, Renaissance und der Kosmaten. Historische Bedeutung erlangte die Abtei durch die erste italienische Buchdruckerei, die hier 1465 von deutschen Druckern eingerichtet wurde.
Das Kloster San Benedetto, welches direkt an die Felswand des Monte Taleo gebaut wurde, umschließt die ursprüngliche Einsiedlergrotte des heiligen Benedikt. Der Komplex wurde ab dem 11. Jahrhundert um die Höhle herum in den Fels gebaut und birgt heute einige der am besten erhaltenen mittelalterlichen Fresken (aus dem 13. und 14. Jahrhundert) in der Region Latium. Darunter befindet sich auch das älteste erhaltene Porträt des heiligen Franziskus von Assisi, der das Kloster 1223 besuchte.
(vatican news - cs)
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