Papst Leo XIV.: Technik soll stets Wahrheit und Gutem dienen
Giovanni Zavatta - Vatikanstadt
„Herausforderungen der künstlichen Intelligenz“ lautet der Titel des VII. Internationalen Seminars über die Kommunikation der Kirche an der Päpstlichen Katholischen Universität in Santiago de Chile, das an diesem Dienstag endete. Die Veranstaltung brachte Kommunikationsfachleute, Seelsorger, Wissenschaftler und kirchliche Vertreter aus Lateinamerika und der Karibik zusammen, um die ethischen, kulturellen und religiösen Herausforderungen der künstlichen Intelligenz im Lichte der Enzyklika „Magnifica humanitas“ von Leo XIV. zu erörtern. Eröffnet wurde die Veranstaltung mit einer Botschaft des Papstes, die von Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin unterzeichnet war.
KI mit Weisheit und Verantwortung begegnen
In dem an den Vorsitzenden der chilenischen Bischofskonferenz, René Osvaldo Rebolledo Salinas, gerichteten Schreiben ermutigt der Papst die Teilnehmer, „eine Kommunikation zu fördern, die angesichts der neuen Möglichkeiten, die die technologische Entwicklung bietet, die Würde des Menschen zu wahren versteht und jedes Mittel in den Dienst der Wahrheit und des Guten stellt“. Leo XIV. bittet zudem den Heiligen Geist, die Gedanken der Seminarteilnehmer zu erleuchten und dabei zu helfen, die Herausforderungen der künstlichen Intelligenz „mit Weisheit und Verantwortung anzugehen, damit die kirchliche Kommunikation zur Begegnung zwischen den Menschen und zur Verkündigung des Evangeliums beiträgt“.
Auswirkungen der sozialen Medien
Zu Beginn der Veranstaltung ging der Erzbischof von Santiago de Chile, Kardinal Fernando Natalio Chomalí Garib, auf die Auswirkungen der sozialen Medien ein und betonte, dass diese „authentisch menschliche“ Räume seien, da sie Emotionen, Bindungen und Konflikte widerspiegelten. „Alles, was uns widerfährt, geschieht auch dort“, sagte er und schlug vier grundlegende Kriterien für die Kommunikation vor: Wahrheit, Güte, Schönheit und Nützlichkeit. Nach Ansicht des Kardinals sollte die Enzyklika „Magnifica humanitas“ nicht ausschließlich aus technologischer Perspektive interpretiert werden: „Heute wird viel über künstliche Intelligenz diskutiert, aber diese Enzyklika spricht vor allem von der Menschenwürde und von der Wahrheit.“
Gemeinschaft stärken
Chomalí Garib betonte: „Wir werden den Dialog fördern, wir werden die Brüderlichkeit fördern; letztendlich werden wir Jerusalem errichten, nicht Babel.“ Damit bezog er sich auf die Enzyklika, in der Papst Leo XIV. schreibt: „Die von Gott geschaffene großartige Menschheit steht heute vor einer entscheidenden Wahl: Entweder errichtet sie einen neuen Turm zu Babel oder sie erbaut die Stadt, in der Gott und die Menschheit gemeinsam wohnen.“
Kardinal Chomalí Garib ging zudem bei der Messe während des Seminars in seiner Predigt auf „Magnifica humanitas“ ein, die er als „christologische“ Enzyklika bezeichnete. Er warb für eine achtsame und umsichtige Kommunikation sowie dafür, dass künstliche Intelligenz in den Dienst der Menschenwürde gestellt werde.
Synodalität fördern
Weitere Beiträge bei dem Kommunikationsseminar, etwa vom Rektor der Päpstlichen Katholischen Universität von Chile, Juan Carlos de la Llera, betonten, dass das zweitägige Treffen ein konkreter Ausdruck der Synodalität und des gemeinsamen Weges der Kirche sei. Die Veröffentlichung von „Magnifica humanitas“ habe den pastoralen Anliegen der Kirche zudem neue Tiefe verliehen.
(vatican news - sst)
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