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Bei der Audienz mit der Stiftung Marsodeto, die sich im spanischen Toledo um Menschen mit Behinderung kümmert Bei der Audienz mit der Stiftung Marsodeto, die sich im spanischen Toledo um Menschen mit Behinderung kümmert  (@VATICAN MEDIA)

Leo XIV.: Im Leben der Schwächsten den Blick Christi erkennen

Papst Leo XIV. hat die Würde und volle Teilhabe von Menschen mit geistiger Behinderung hervorgehoben. Bei einer Audienz im Vatikan würdigte er an diesem Montag die Arbeit des Verbandes Marsodeto aus der Provinz Toledo in Zentralspanien. Im Mittelpunkt seiner Ansprache standen Solidarität, Menschenwürde und Inklusion.

Die Arbeit mit besonders verletzlichen Menschen verlange viel Einsatz, oft fern der Öffentlichkeit, so der Papst. „Eine mühsame Aufgabe, zweifellos; mit viel verborgener Arbeit, die niemand sieht und die nur Gott belohnen kann, und bei der es sehr erfüllend ist, im Gesicht jedes Menschen Jesus Christus selbst zu entdecken.“ Für den Papst berührt diese Arbeit einen Kern des christlichen Menschenbildes. „Zu wissen, im Leben der Schwächsten und Verletzlichsten den Blick Christi zu erkennen, der uns anspricht, ist etwas, das uns als menschliche und christliche Gesellschaft wachsen lässt“, so Leo.

Marsodeto vertritt Familien und Einrichtungen, die Menschen mit geistiger Behinderung begleiten; einige der Betroffenen leiden an dauerhaften Störungen von Bewegung, Haltung und Muskelsteuerung. „Viele Werte kennzeichnen eure Art, euch dieser Wirklichkeit der Menschen mit geistiger Behinderung und Zerebralparese zu nähern“, sagte Leo: „die Solidarität, die Verteidigung der Menschenwürde und die volle Inklusion.“ Die breite institutionelle Unterstützung für den Verband wertete er als Zeichen für dessen Einsatz zugunsten des Gemeinwohls.

Initiative eines spanischen Priesters

Der Papst, der die Begegnung mit dem Kreuzzeichen eröffnete und mit einem gemeinsamen Vaterunser beschloss, erinnerte bei der Audienz zudem an den Ursprung des Verbandes. Er nannte den Priester Marcelino Casas Puente als Initiator eines Vorhabens, das vor mehr als vier Jahrzehnten wie ein Traum gewirkt habe. Leo XIV. beschrieb dessen Ziel so: „Dass keine Familie, in der es einen Menschen mit geistiger Behinderung gab, ohne Hilfe blieb.“ In seiner Ansprache dankte er zugleich für die „Fruchtbarkeit der fünfundvierzig Jahre“ der Institution. Nach Angaben von Marsodeto entstand die Organisation 1980 und erhielt 1991 ihre rechtliche Verfassung.

Heute gehören Marsodeto 18 Einrichtungen in der Provinz Toledo an. Sie kümmern sich um fast 3.000 Menschen mit Behinderung und ihre Familien und beschäftigen über 600 Fachkräfte. Der Verband versteht sich als Familienbewegung und setzt sich für die Rechte von Menschen mit geistiger Behinderung und Zerebralparese ein. Marsodeto besuchte Rom im Rahmen einer Pilgerreise zum Sitz Petri.

(vatican news - gs)

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24. August 2026, 12:43