Papst in Assisi: „Wagt es, an das Wort des Evangeliums zu glauben“
Mario Galgano - Vatikanstadt
Der Gottesdienst am Fest der Verklärung des Herrn fand zum Ausklang des dreitägigen Jugendtreffens statt. In seiner Predigt ging der Papst auf die Bedeutung der Evangelienerzählung von der Verklärung ein und zog Parallelen zur Lebensentscheidung der heiligen Franziskus und Klara. Vor 2000 Gläubigen in der Basilika (3000 weitere nahmen davor an der Messe teil) erklärte Leo XIV. bezüglich der Erfahrung der Apostel auf dem Berg: „Wir sind hier, um Resignation und Angst zu überwinden, um Zweifel zu beheben, die uns ebenso beschäftigen, wie sie die Apostel beschäftigten.“ Das Leben im Sinne des Evangeliums verlange nach Worten des Kirchenoberhaupts die Bereitschaft zum aktiven Handeln und zum Zuhören innerhalb der Gemeinschaft. Weiter fügte er an:
„Wir sind hierhergekommen, um zu verstehen, wohin die Geschichte führt und wohin wir selbst gehen. Im Evangelium sehen wir, dass man einen Sinn finden und einen Weg erkennen kann. Wie Petrus, Jakobus und Johannes werden wir ein wenig beiseite genommen, und Jesus ist bei uns. Darauf kommt es an: auf seine Gegenwart.“
Gesellschaftliche Herausforderungen
Mit Blick auf gesellschaftliche Herausforderungen zitierte der Papst aus seiner Enzyklika Magnifica humanitas: „Jede Generation erbt die Aufgabe, die eigene Zeit zu gestalten, damit die Geschichte zu einem Ort reifen kann, an dem die Würde jedes Menschen gewahrt, Gerechtigkeit gefördert und Geschwisterlichkeit ermöglicht wird.“
Gleichzeitig forderte er die Anwesenden auf, Verantwortung an den Rändern der Gesellschaft zu übernehmen, wo Ungerechtigkeit herrsche. Bezugnehmend auf eine Äußerung seines Vorgängers Papst Franziskus mahnte Leo XIV. davor, Distanz zum menschlichen Leid zu wahren, und rief dazu auf, Mauern zwischen den Menschen abzubauen. Auf Gott zu vertrauen bedeute, eine Welt voller Mitmenschen wiederzuentdecken, „die es wertzuschätzen und denen es zu dienen gilt; nicht aber auszubeuten und zu beherrschen“.
„Vielleicht werden wir nicht verstanden, nicht einmal von unserer Familie, so wie es dem heiligen Franziskus erging. Sich der Kultur der Macht zu entziehen und die Mauern einzureißen, die Menschen voneinander trennen, bedeutet jedoch niemals, die eigene Familie, Stadt oder Tradition zu verraten, sondern sie von ihren Einbildungen zu befreien; von Feinden, die aus Angst und Unwissenheit erfunden worden sind, von Gewalt, mit der man seine eigene kleine Ordnung einer Wirklichkeit aufzwingen möchte, die uns von allen Seiten übersteigt. Auf Gott zu vertrauen bedeutet, wie Franziskus und Klara eine Welt voller Brüder und Schwestern wiederzuentdecken, die es zu wertzuschätzen und denen es zu dienen gilt; nicht aber auszubeuten und zu beherrschen. Es ist keine Welt, die zu verteidigen, sondern eine, die zu umarmen ist.“
Zum Abschluss ermutigte der Papst die Jugendlichen, die in Assisi gewonnenen Erkenntnisse in ihren jeweiligen Alltag in Europa mitzunehmen und sich als Friedensstifter einzubringen.
Dankesworte der Jugend
Am Ende der Heiligen Messe richtete der Jugendliche Francesco im Namen aller Anwesenden Dankesworte an das Kirchenoberhaupt. Er betonte, dass der Besuch in der Basilika Santa Maria degli Angeli für die jungen Menschen wie eine spürbare Umarmung gewirkt habe und die Gewissheit vermittle, nicht allein zu sein. Francesco hob hervor, wie sehr die Jugend glaubwürdige Vorbilder brauche, die den Glauben vorleben und Mut zur Entscheidung für das Gute machen. Zudem verwies er auf die erfahrene Gemeinschaft in Assisi, die nicht durch bloße Gemeinsamkeiten, sondern durch die Orientierung an Jesus Christus stifte. Abschließend versprach er das Gebet der Jugendlichen für den Dienst des hohen Gastes aus Rom und bat diesen im Gegenzug um seinen Beistand, damit die jungen Menschen auch im Alltag den Mut aufbringen, ihren Weg im Sinne des Evangeliums zu gestalten.
(vatican news)
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