Papst: Drogenbekämpfung erfordert Zusammenarbeit und starke Familien
Mario Galgano - Vatikanstadt
Das Treffen, das von der päpstlichen Kommission für Lateinamerika, dem Lateinamerikanischen Bischofsrat (CELAM) und der Interamerikanischen Kommission für die Kontrolle des Drogenmissbrauchs (CICAD) der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) organisiert wurde, bringt in diesen Tagen Vertreter aus Amerika, Asien, Afrika und Europa im Vatikan zusammen.
Komplexes Phänomen
„Sucht ist ein komplexes Phänomen, das das Versagen einer entmenschlichten Welt offenbart“, stellte der Papst in seiner Ansprache fest. „Das Leid der Jugendlichen verlangt nach ganzheitlichen Antworten: Prävention auf Gemeindeebene, wissenschaftlich fundierte Betreuung, eine Justiz mit menschlichem Antlitz und eine nahbare seelsorgerische Begleitung. Unser Beitrag muss auf Fürsorge, Präsenz und den Wiederaufbau des gemeinschaftlichen Gefüges ausgerichtet sein.“
Vier Handlungsfelder
Der Papst hob vier zentrale Handlungsfelder hervor. Erstens sei die Partnerschaft zwischen der Kirche und internationalen Gremien unerlässlich, da kein Akteur die Drogenproblematik allein bewältigen könne. Zweitens strebe die Kirche im Dialog zwischen Wissenschaft und Glauben nicht danach, Fachbereiche wie Neurowissenschaften oder Psychiatrie zu ersetzen, sondern das Thema auf Grundlage des Evangeliums ganzheitlich zu beleuchten. Drittens fördere der weltweite Austausch der Ortskirchen den gemeinsamen Umgang mit pastoralen Herausforderungen. Viertens biete die ökumenische Zusammenarbeit eine Handlungsebene, um Jugendlichen in ihren Bedürfnissen beizustehen.
Das Leid so vieler zerrütteter Familien...
Weiter fügte der Papst an: „Wir sind heute Zeugen des Leids so vieler zerrütteter Familien, sei es aufgrund von Drogenkonsum, Gewalt, der Rekrutierung eines Kindes durch kriminelle Kreise, Armut oder mangelnder Perspektiven, die Menschen an den Rand der Gesellschaft drängen. Der heilige Johannes Paul II. hat uns aufgefordert, die Kirche zum Haus und zur Schule der Gemeinschaft zu machen. Und Papst Franziskus hat uns daran erinnert, dass Jesus möchte, dass wir das menschliche Elend berühren, dass wir das leidende Fleisch der anderen berühren. Hier kommt der Kern der Mission zum Ausdruck, die Sie erfüllen: dass die Kirche eine Familie sei, die insbesondere die Menschen einschließt, die leiden.“
Darüber hinaus verwies der Papst auf die Funktion der Familie. Eine funktionierende Familie stelle die wirksamste Prävention gegen Drogenkonsum dar. Angesichts gesellschaftlicher Belastungen wie Armut, Gewalt und Perspektivlosigkeit verlangte er eine kirchliche Gemeinschaft, die sich als verlässlicher Anlaufpunkt für benachteiligte und ausgrenzungsgefährdete Menschen versteht.
(vatican news)
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