Papst würdigt Portiunkula-Ablass des heiligen Franz
Franz von Assisi hatte den damaligen Papst gebeten, allen Gläubigen einen vollständigen Ablass zu gewähren, die eine kleine Kapelle in der Nähe von Assisi besuchten – die Portiunkula, die der Heilige kurz zuvor mit eigenen Händen aus den Resten einer Ruine wiederaufgebaut hatte.
Der Ablass sollte „ohne Opfergaben“ gewährt werden, und ein vollständiger Ablass aller zeitlichen Sündenstrafen für die Besucher der Portiunkula sollte gewährt werden, also nicht nur eine bestimmte Anzahl an Tagen weniger im Fegefeuer, so die bemerkenswerte Bitte des Franz von Assisi, die die bisherigen Bedingungen revolutionieren sollte.
Die Vision des Franz von Assisi
Beim Mittagsgebet ging Leo XIV. auf die Vision ein, die der heilige Franz kurz vor seiner Bitte an den damaligen Papst hatte. „Der heilige Franziskus erlangte diesen Ablass im Jahr 1216 von Papst Honorius III., nachdem er während seines Gebets in der Porziuncola von einer Vision Jesu und Marias, umgeben von Engeln, inspiriert worden war.“
Der damalige Papst gab dem Wunsch des heiligen Franz schließlich statt. Die Portiunkula-Kapelle wurde so zu einem wichtigen Wallfahrtsort. Im Laufe der Jahrhunderte dehnte sich die Gewährung des Ablasses auch auf Kirchen der anderen Orden der franziskanischen Familie aus. 1910 erweiterte Papst Pius X. das Privileg auch auf weitere Gotteshäuser, sodass nach einer Anpassung von Papst Paul VI. der Portiunkula-Ablass heute von jedem Katholiken zwischen dem Mittag des 1. August bis zum Abend des Folgetags einmal als vollständiger Ablass erlangt werden kann.
Papst Leo lobte beim Mittagsgebet an diesem Sonntag den Einsatz des „Poverello“ von Assisi und zeigte sich über die von ihm erwirkte Möglichkeit dankbar: „Wir danken dem Herrn für dieses große Geschenk und wollen es uns zu Herzen nehmen, besonders im achthundertsten Jahrestag des ,Transito‘ des Poverello von Assisi, der am 3. Oktober 1226 gerade in der Portiuncola starb.“
Papst Leo ist am 6. August 2026 für einige Stunden in Assisi, um dort am „Go! Franciscan Youth Meeting 2026“ in Santa Maria degli Angeli bei Assisi teilzunehmen.
(vatican news/katholisch.de – pr)
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