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Bischof Georg Bätzing, Vorsitzender der Bischofskonferenz, mit Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin Bischof Georg Bätzing, Vorsitzender der Bischofskonferenz, mit Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin 

Deutsche Bischöfe setzen ad-limina-Besuch fort

Beim Ad-limina-Besuch haben die deutschen Bischöfe am Donnerstagabend die Heilige Messe in der römischen Patriarchalbasilika Sankt Paul vor den Mauern gefeiert. Am Freitag trafen sie zu einem gemeinsamen Austausch mit Spitzenvertretern der römischen Kurie über den Synodalen Weg zusammen.

An dem Treffen in einem Konferenzzentrum in unmittelbarer Nähe des Petersplatzes nahmen u.a. die Kurienkardinäle Pietro Parolin, Luis Ladaria und Marc Ouellet teil. 

In seiner Predigt beim Gottesdienst in St. Paul vor den Mauern beschäftigte sich der Münchner Kardinal Reinhard Marx am Donnerstagabend mit dem Völkerapostel. „An der Gestalt des Paulus können wir einen eindrucksvollen Wandel erkennen: vom hochgebildeten und vom konservativen Gesetzeslehrer zum Wanderprediger und dann zum Verkünder Jesu Christi“, so Kardinal Marx. Paulus werde durch sein Damaskus-Erlebnis zum Zeugen für die Wahrheit.

Um diesen Aufbruch gehe es auch für die Kirche der Gegenwart, betonte Marx. „In diesen Tagen des ad-limina-Besuchs in Rom haben wir an vielen Stellen – auch mit dem Papst – diskutiert, wie es mit dem Volk Gottes und der Kirche weitergeht, welche Neuaufbrüche gewagt werden müssen und was wir an Vergangenem hinter uns lassen.“ Es dürfe keinen Bruch mit der Vergangenheit geben, sagte Kardinal Marx. „Im Gegenteil: Wir müssen den Mut haben, im Licht der Tradition etwas Neues zu beginnen und den Schatz von früher mitzunehmen. Vor allem aber müssen wir nach vorne schauen.“

Bei der Messe in St. Paul vor den Mauern
Bei der Messe in St. Paul vor den Mauern

Die Reisen des Paulus

Kardinal Marx erinnerte an die Reisen des Apostels, die dessen Horizont wesentlich geweitet hätten. „Die Botschaft des Paulus ist klar: Herr ist Jesus Christus. Das war im Römischen Reich eine Provokation. Aber Paulus hat sie mit Mut vertreten. Dieser Apostel hat alle für die neue Botschaft eingeladen, er hat keine Grenzen gesetzt, für ihn war jede und jeder willkommen, der oder die diesem Christus folgen will. Man kann sagen, dass Paulus revolutionäres Potential hatte und dass er inklusiv dachte: Das Christusereignis gehört der ganzen Welt.“

Treffen der deutschen Bischöfe mit Spitzenvertretern der Kurie an diesem Freitag
Treffen der deutschen Bischöfe mit Spitzenvertretern der Kurie an diesem Freitag

So zeige Paulus, dass das Reich Gottes angebrochen, aber noch nicht vollendet sei. Das, so Kardinal Marx, sei auch wesentlich für die Kirche heute, die ihre Verkündigung auf den Menschen ausrichten und präsentisch sein müsse. „Christus ist für Paulus die Offenbarung schlechthin. Er, dieser Christus, ist die Aufklärung. Wenn jemand zu Christus kommt, erfährt er Erkenntnis und sieht was los ist: in der Welt und in der Heiligen Schrift.“

Kardinal Marx fügte hinzu, dass das eine Erkenntnis für die Kirche sein könne: „Ich denke, wir sollten diese Erfahrung des Paulus mitnehmen, wenn wir darüber reden, wie es mit der Kirche und dem Volk Gottes weitergeht. Wir sind ins Zentrum hineingestellt, in das Christusereignis. Rücken wir den Auferstandenen als Mitte in unser Leben und feiern und bekennen ihn neu. Dazu ist die Kirche da“, so Kardinal Marx.

Treffen der deutschen Bischöfe mit Spitzenvertretern der Kurie an diesem Freitag
Treffen der deutschen Bischöfe mit Spitzenvertretern der Kurie an diesem Freitag

Er fügte hinzu: „Die Kirche ist mitten drin in der Welt und in der Zeitenwende. Wir laufen nicht anachronistisch neben der Zeit her. Wir brauchen den Mut zu Entscheidungen und zum Unterscheiden, damit wir die Zeit der Gnade nicht verpassen. Darum beten wir Bischöfe mit dem ganzen Volk Gottes, dass wir den Moment der Gnade sehen, erkennen und begreifen.“

(pm – mg)

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18. November 2022, 10:46