Suche

Kardinal Sean Patrick O'Malley steht der Kommission vor Kardinal Sean Patrick O'Malley steht der Kommission vor 

Kinderschutzkommission arbeitet weiter an Jahresbericht und Richtlinien

Die vatikanische Kinderschutzkommission arbeitet weiter mit Hochdruck an dem jährlichen Bericht über Maßnahmen und Verfahren in der Kirche zum Schutz von Minderjährigen und Schutzbedürftigen, zu dem Papst Franziskus sie ausdrücklich ermuntert hat, sowie an den neuen weltweiten Schutz-Richtlinien. Das geht aus einem Statement zum Abschluss der Vollversammlung hervor, die vom 20. bis 22. September im Vatikan stattgefunden hat.

Die Päpstliche Kommission für den Schutz von Minderjährigen war diese Woche in der Vollversammlung zusammengekommen, um die Fortschritte bei der Umsetzung der drei Hauptbereiche ihres neuen Mandats ein Jahr nach der Erneuerung ihrer Mitgliedschaft zu bewerten. 

Diese Bereiche seien: die Unterstützung bei der Aktualisierung und Umsetzung von Schutzrichtlinien in der gesamten Kirche; die Unterstützung bei der Umsetzung von Artikel 2 von Vos Estis Lux Mundi, um sicherzustellen, dass diejenigen, die missbraucht wurden, angemessen unterstützt werden; sowie die Vorbereitung eines Jahresberichts für den Papst über Schutzmaßnahen und -verfahren in der Kirche, hieß es in der anschließend versandten Pressemitteilung.

Intensive Beratungen zum Bericht

Die Kommission habe einen ganzen Tag der Vollversammlung mit den Beratungen zum Jahresbericht über Richtlinien und Verfahren zum Schutz von Minderjährigen verbracht und bereite nun die Veröffentlichung eines Entwurfs des Berichtes vor, teilte sie an diesem Samstag mit. Noch Ende September werde dieser auf der Webseite der Institution zugänglich gemacht, während die Veröffentlichung des ersten Jahresberichtes für Frühling 2024 geplant sei.

Weiter habe die Kommission die eingegangenen Rückmeldungen zur Umfrage über die globalen Richtlininen (UGF) vom Juni 2023 evaluiert, die bis März 2024 eingearbeitet werden sollen. Die Mitglieder der Kommission hätten nun mit der Arbeit an der zweiten Phase der UGF begonnen, die klare Kriterien für lokale Kirchen beinhalten, wie Schutzmaßnahmen und -verfahren wirksam werden können. Damit sollen den lokalen Kirchen Hinweise zu den Kapazitäten gegeben werden, die es brauche, um die Prinzipien vor Ort wirksam umzusetzen.

Internationale Unterstützung

Seit Beginn des Jahres habe die Kommission im Rahmen der Ad-limina-Besuche mit den Vertretern von 13 Bischofskonferenzen gesprochen, geht aus dem Statement weiter hervor. Dabei erörterte Empfehlungen für die Umsetzung der Schutzmaßnahmen auf lokaler Ebene sollen den Angaben nach auch im Jahresbericht erscheinen. 

Ein wichtiger Punkt der Beratungen sei auch die mögliche Ausweitung des Memorare-Projektes gewesen, mit dem - dank externer Förderung - lokale Bischofskonferenzen mit beschränkten Mitteln um finanzielle Unterstützung bei der Einführung von Schutzmaßnahmen bitten können. 20 Bischofskonferenzen hätten ihr Interesse bekundet, während eine Absichtserklärung mit der Kirche von Zentralafrika unterzeichnet worden sei, geht aus dem Statement hervor. Ein besonderer Fokus beim Memorare-Projekt liegt auf Afrika, die Kirche von Ruanda ist bereits seit Mai als Pilot in das Projekt eingebunden. 

Schutz der Betroffenen

„Zu Beginn dieses Jahres wies der Heilige Vater die Kommission an, die uns anvertraute Arbeit zum Schutz der Opfer fortzusetzen, was die Kommission auch getan hat“, sagte der Präsident der Kommission, Kardinal Sean O' Malley OFM Cap. Der Papst habe betont, wie wichtig es sei, mit den Opfern in ihrem Schmerz „mitzugehen“ und Wege zu finden, den angerichteten Schaden zu heilen. „In unserem ersten Jahr haben wir eine globale Konsultationskampagne zu einer Reihe umfassender Leitlinien gestartet, die die Kommission zur Stärkung der Schutzkapazitäten in der gesamten Kirche nutzen will“, so der US-Kardinal.

Kardinal O' Malley fuhr fort: „Ich bin sehr dankbar für das Engagement einer so engagierten Gruppe von Schutzfachleuten aus der ganzen Welt. Unsere Kirche ist ein großes Gebilde, das alle Völker und Nationen einschließt, so dass unsere Aufgabe vielleicht entmutigend erscheint. Aber wir haben mit der Umsetzung eines Plans begonnen, der die gesamte Kirche in ihren verschiedenen Entwicklungsstadien umfasst. Wir hörten ein Zeugnis der britischen Lobbygruppe LOUDfence über die Forderungen derjenigen, die einen einladenden Raum in unseren Kirchen suchen. Wir freuten uns, Bischof Edouard Sinayobye von der Diözese Cyangugu in Ruanda begrüßen zu können, der über die Herausforderungen sprach, denen sich die Kirche in diesem Land so viele Jahre nach dem Völkermord stellen muss, und darüber, wie die Memorare-Initiative dazu beitragen wird, darauf zu reagieren.“

„Zeichen der Hoffnung“

LOUDfence ist eine britische Betroffenen-Vertretung, die es sich zum Auftrag gemacht hat, von sexuellem Missbrauch Betroffene zu unterstützen und ihre Anliegen vorzubringen. Bei einem Treffen mit den beiden Vertreterinnen Antonia Sobocki und Maggie Mathews in der Casa Santa Marta habe Papst Franziskus ihre Arbeit als „Zeichen der Hoffnung" gewürdigt.

(vatican news)

Das Treffen mit Vertreterinnen und Mitglieder der Gruppe LOUDfence im Vatikan
Das Treffen mit Vertreterinnen und Mitglieder der Gruppe LOUDfence im Vatikan

Danke, dass Sie diesen Artikel gelesen haben. Wenn Sie auf dem Laufenden bleiben wollen, können Sie hier unseren Newsletter bestellen.

23. September 2023, 12:48