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Santa Maria Maggiore in Rom Santa Maria Maggiore in Rom 

Vatikan: Nach 30 Jahren wieder ein deutscher Kanoniker

Franziskus hat siebe neue Kanoniker für das Kapitel der Papst-Basilika Santa Maria Maggiore, seiner Lieblingskirche in Rom, ernannt. Darunter ist auch der Kölner Priester Michael Kahle, Mitarbeiter des Dikasteriums für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung.

Damit ist erstmals seit 30 Jahren wieder ein Deutscher im Kapitel der Basilika. Die neuen Kanoniker werden mit einer Vesper am Sonntag, 28. April um 16.30 Uhr, offiziell aufgenommen. Danach feiern sie gemeinsam einen Gottesdienst. Neben Kahle sind drei Italiener, ein Spanier, ein Portugiese und Ire miternannt worden. Der letzte deutsche Kanoniker in Santa Maria Maggiore war der Berliner Heinrich Pitzki, der im August 1994 verstorben ist.

Michael Kahle wurde 1973 in Solingen geboren. Er ist am 10. Oktober 2001 in Rom zum Priester geweiht worden - vom damaligen Bischof von Chur, Amedée Grab. Seit 2015 ist Kahle im Dikasterium (vormals Kongregation) für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung tätig. Das ist eine Zentralbehörde der römisch-katholischen Kirche, die sich mit Angelegenheiten beschäftigt, die sich auf die liturgische Praxis und die Sakramente der römisch-katholischen Kirche und der mit ihr verbundenen Unierten Kirchen beziehen.

Priesterkollegium mit neuem Statut

Das Kapitel der päpstlichen Basilika Santa Maria Maggiore präsentiert sich als Priesterkollegium, bestehend aus dem Kardinalerzpriester, 12 Kanonikern und den Koadjutoren des Kapitels, alle päpstlich ernannt. Am 19. März 2024, dem Hochfest des Heiligen Josef, genehmigte Papst Franziskus das neue Statut und die neue Ordnung für das Kapitel der Päpstlichen Basilika Santa Maria Maggiore (Statut  und Ordnung).

Unter der Leitung des Kardinalerzpriesters Stanisław Ryłko üben die Kanoniker und Koadjutoren die liturgischen Funktionen und den pastoralen Dienst der Basilika aus, um die aktive Teilnahme und Fürsorge der Gläubigen zu fördern. Durch altes Privileg ist der König von Spanien Ehrenprotokanon des Kapitels.

Ab dem 15. Dezember 2021 hat Papst Franziskus Rolandas Makrickas zum außerordentlichen Kommissar des Kapitels und der Basilika ernannt und ihm die wirtschaftliche und finanzielle Leitung übertragen, um auf die besondere Komplexität der Verwaltung des Kapitels zu reagieren, die durch die Corona-Pandemie verschärft wurde.

Historischer Hintergrund

Die Existenz des Kapitels wird zum ersten Mal im 12. Jahrhundert bezeugt. Die ersten Kodizes des liberianischen Kapitels stammen aus dem 13. Jahrhundert, aus den Jahren 1262, 1266 und 1271. Der damals in der Basilika amtierende Klerus setzte sich ab 1153 aus Klerikern und ab 1292 aus Kanonikern zusammen, bereits 1153 gab es auch einen Archipresbyter.

Bekanntlich ist Santa Maria Maggiore die „Lieblingskirche“ von Papst Franziskus, vor allem die Verehrung der Ikone Salus Populi Romani ist ihm ein Anliegen.

(pm – mg)

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10. April 2024, 12:54