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Der Künstler mit einem Bild seines Kreuzswegs im Petersdom Der Künstler mit einem Bild seines Kreuzswegs im Petersdom  (ANSA)

Schweizer Künstler gestaltet Kreuzweg im Petersdom

In der Petersbasilika in Rom wurde am ersten Freitag der Fastenzeit ein zeitgenössischer Kreuzweg feierlich eröffnet. Gestaltet hat die 14 Stationen der Schweizer Künstler Manuel Andreas Dürr.

Herta Gurtner – Vatikan

Für den Künstler Manuel Andreas Dürr ist es eine besondere Erfahrung, ausgewählt geworden zu sein, und seine künstlerische Arbeit, die 14 Stationen des Kreuzwegs, im Petersdom zeigen zu dürfen. An diesem besonderen Ort entfaltet der Bildzyklus eine eigene visuelle Grammatik im Dialog mit der umgebenden Architektur und ihren Materialien, insbesondere mit dem farbigen Marmor und der reichen Ausstattung des Raumes. Es geht hier nicht um die isolierte Präsentation im „White Cube“, also dem neutralen zeitgenössischen Museumsraum, sondern um eine bewusste Einbindung und Zusammenarbeit mit der bestehenden Umgebung.

Kreuzwegstation im Petersdom
Kreuzwegstation im Petersdom   (ANSA)

Auf die Jahrhunderte der künstlerischen Tradition eingehen

„Das war mir sehr wichtig, auf den Kontext einzugehen: auf die künstlerische und kulturelle Grammatik, die bereits existiert in diesem Universum der Symbolik, der Bilder und der Liturgie und dieser Nacherzählungen über die Jahrhunderte, in denen Kreuzwege Ausdruck bestimmter Gruppen von Menschen waren, die mit ihren Fragen und Zweifeln gerungen haben“, so der Künstler. „Man kann sich in diesem Universum der Bedeutung beteiligen und das Vorhergegangene muss mitbedacht werden, wenn man mit dieser Sprache sprechen will. Ich fand es eine Ehre und eine wunderbare Herausforderung, zu versuchen, zu dieser Sprache etwas beizutragen.“

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Eine besondere Herausforderung war für den Künstler die 12. Station: „Jesus stirbt am Kreuz“. Hier galt es, die Dynamik aller drei Figuren, Jesus sowie die beiden Mitgekreuzigten, zu erfassen. Dürr wollte sowohl die äußere Haltung als auch die innere Verfasstheit der Figuren sichtbar machen. Dabei musste das Bild zugleich als grafische Komposition funktionieren und die erzählerische Tiefe des Moments tragen.

Das Kreuz: vom Folterinstrument zum Zeichen der Hoffnung

Ein zentrales Motiv seiner Arbeit ist die Wandlung des Kreuzes: vom Folterinstrument zum Zeichen der Hoffnung. Diese Transformation sichtbar zu machen, ist ein wesentliches Anliegen des Künstlers, vor allem im Petersdom, der Gläubige aus der ganzen Welt anzieht.

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Besonders anspruchsvoll war es für Dürr nach eigenen Angaben, Jesus selbst ein Bild zu geben. Milliarden von Menschen haben ihre eigene Vorstellung, ihr eigenes inneres Bild und oft auch eine persönliche Beziehung zu Jesus. Vor diesem Hintergrund ein neues künstlerisches Bild zu schaffen, sei eine große Herausforderung. Während sich Dürr früher stärker an Michelangelo orientierte, fühlt er sich heute zunehmend der geistigen und bildnerischen Klarheit von Fra Angelico verbunden.

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Pietro Zander von der Bauhütte von Sankt Peter betont, dass sich Manuel Andreas Dürr intensiv mit dem Ort auseinandergesetzt hat. Dürr studierte mehrfach den Lichteinfall, die Schattenwirkungen sowie die Farbigkeit im Innenraum des Petersdoms. Die Kreuzwegstationen grenzen sich nicht von der bestehenden Umgebung ab, sondern treten mit ihr in Beziehung. Sie wirken, als gehörten sie schon seit langer Zeit selbstverständlich in diesen Raum. „Wir glauben, dass diese Bilder Urbi et Orbi sprechen können, zur Stadt und zur Welt mit der Unmittelbarkeit des Bildes“, so Zander.

Der Kreuzweg ist als Installation im Jubiläumsjahr zum 400-jährigen Bestehen des Petersdoms konzipiert.

(vatican news)

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21. Februar 2026, 11:17