Museumsleiterin: Eine „leichte“ Wartung für das Jüngste Gericht
Paolo Ondarza und Mario Galgano - Vatikanstadt
In einem Interview mit Vatican News beschrieb Jatta den Eingriff als eine „außergewöhnliche, aber zugleich sehr einfache Operation“. Ziel ist eine sogenannte „leichte Wartung“, um das Meisterwerk vor den Auswirkungen der Zeit und der hohen Besucherzahlen zu schützen.
Destilliertes Wasser gegen „Versalzung“
Nach der großen Restaurierung im letzten Jahrhundert wurde 2010 ein jährlicher Wartungsplan für die Sixtinische Kapelle eingeführt. Bei den Kontrollen im vergangenen Jahr stellten die Konservatoren fest, dass das „Jüngste Gericht“ besonderer Aufmerksamkeit bedarf. „Der Eingriff besteht darin, eine leichte Schicht von Ausblühungen (Salzablagerungen), die sich in diesen Jahren gebildet hat, vorsichtig mit destilliertem Wasser und Seidenpapier zu entfernen“, erklärte Jatta.
Im Gegensatz zur gewöhnlichen Wartung, die meist nachts mit mobilen Hebebühnen durchgeführt wird, hat man sich diesmal für ein festes Gerüst entschieden. Dieses deckt die gesamte Fläche des Freskos ab, um die Arbeiten effizienter zu gestalten und den Zeitrahmen auf etwa drei Monate zu begrenzen.
Zeitplan und wissenschaftliche Begleitung
Die Vorbereitungen starteten bereits an diesem Montag. Der Aufbau des Gerüsts soll rund drei Wochen dauern. Aus Sicherheitsgründen ist dieser Bereich während des Aufbaus kurzzeitig gesperrt. Bis nach Ostern findet dann die eigentliche Reinigungsphase statt. Das Expertenteam besteht neben den Restauratoren aus Wissenschaftler des Gabinetto Ricerche Scientifiche (GRS) und auch aus dem Büro des Konservators der Museen.
„Die Sixtina wird immer geöffnet bleiben“, versicherte Jatta. Das feste Gerüst ermöglicht es den Fachleuten verschiedener Disziplinen, zeitgleich auf den verschiedenen Ebenen zu arbeiten.
Neue Erkenntnisse durch moderne Technik
30 Jahre nach der „Restaurierung des Jahrhunderts“ bietet dieser Eingriff auch die Chance für neue Studien. „Die Instrumente und Untersuchungsmethoden von heute sind definitiv andere als damals“, so Jatta. Die Synergie zwischen dem Labor für Gemälderestaurierung und den wissenschaftlichen Abteilungen werde neue Einblicke in Michelangelos Technik ermöglichen.
Die Vatikanischen Museen versprachen eine transparente Kommunikation über alle Kanäle, um die Weltöffentlichkeit über den Fortgang der Arbeiten an diesem einzigartigen Kulturgut auf dem Laufenden zu halten.
(vatican news)
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