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Schweizergarde und die Kaserne im Hintergrund Schweizergarde und die Kaserne im Hintergrund 

Schweizergarde: Neubau der Kaserne vor dem Start

Das ehrgeizige Projekt zur Erneuerung der Unterkunft der Päpstlichen Schweizergarde hat eine entscheidende Hürde genommen. Wie die zuständige Stiftung am Mittwoch mitteilte, wurde die Baubewilligung für den Neubau erteilt. Trotz Kostensteigerungen und technischer Herausforderungen soll das „Schweizer Quartier“ im Vatikan bis Ende 2029 in neuem Glanz erstrahlen.

Mario Galgano - Vatikanstadt

Die Entscheidung des Heiligen Stuhls, das Projekt auf Basis der endgültigen Fassung voranzutreiben, markiert das Ende einer langen Planungsphase. Beteiligt waren namhafte Büros aus Lugano, Basel und Bellinzona. Da der Vatikan zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört, liegt das Dossier derzeit der UN-Kulturorganisation zur finalen Genehmigung vor, die nach positiven Vorbescheiden zeitnah erwartet wird.

Ein neues Gesicht für das „Schweizer Quartier“

Das Bauvorhaben sieht den fast vollständigen Abbruch der maroden Teile des aktuellen Gebäudes vor. Lediglich die nach Italien zugewandte Außenfassade bleibt aus Gründen des Denkmalschutzes erhalten. Ein zentraler Aspekt ist die Schaffung von zeitgemäßem Wohnraum: Statt drei wird die Kaserne künftig fünf Stockwerke umfassen.

Geplant sind 81 Einzel- und 18 Doppelzimmer für die Hellebardiere, elf Einzimmerwohnungen für Unteroffiziere sowie 21 Wohnungen für Familien. Ziel ist es, die gesamte Garde wieder an einem Ort zu vereinen, da einige Gardisten derzeit außerhalb des Vatikans in Rom verteilt leben müssen. Zudem wird der historische Fluchtweg „Passetto di Borgo“ aus dem 11. Jahrhundert freigelegt und ein Gedenkbrunnen aus dem Jahr 1927 versetzt, um den traditionellen Pilgerweg („Via Francigena“) zum Petersplatz wiederherzustellen.

Papst Leo XIV. und die Schweizergarde
Papst Leo XIV. und die Schweizergarde

Budgeterhöhung auf 70 Millionen Franken

Die Kosten für das Projekt sind seit der ersten Kalkulation im Jahr 2019 deutlich gestiegen. War man ursprünglich von 45 Millionen Schweizer Franken (zirka 48,1 Millionen Euro) ausgegangen, liegt das endgültige Budget nun bei 70 Millionen Schweizer Franken (zirka 74,8 Millionen Euro). Dieser Anstieg um 25 Millionen Schweizer Franken (zirka 26,7 Millionen Euro) ist auf verschiedene Faktoren zurückzuführen. Zunächst hat es mit dem Erhalt der Außenfassade zu tun. Die Entscheidung, die historische Fassade zu sichern statt abzureißen, schlägt mit 4 Millionen Schweizer Franken (zirka 4,3 Millionen Euro) zu Buche. Auch die komplexe Fundamente sorgen für neue Kosten. Für die Erdbebensicherheit müssen nämlich 190 Pfähle in den Boden gerammt werden, was Kosten von 2,2 Millionen Schweizer Franken (zirka 2,35 Millionen Euro) verursacht. Dann schlagen sich auch die aktuellen Baukosten in Rom nieder. Die Preise im römischen Baugewerbe sind seit 2019 um 33,5 Prozent gestiegen – weit stärker als in der Schweiz. Zusätzliche Sanierungen wuren mittlerweile auch festgestellt. Die Instandsetzung der Kanalisation, des Passetto und neue Klimasysteme addieren sich somit auf weitere Millionenbeträge.

Die Schweizergarde
Die Schweizergarde   (AFP or licensors)

Internationales Fundraising startet

Bisher konnten in der Schweiz bereits 44,7 Millionen Schweizer Franken (zirka 47,8 Millionen Euro) an Spenden gesammelt werden. Um die Finanzierungslücke von 25 Millionen Schweizer Franken (zirka 26,7 Millionen Euro) zu schließen, weitet die Stiftung ihre Bemühungen nun international aus.

„Die Sicherheit des Heiligen Vaters betrifft nicht nur die Schweiz“, heißt es in der Mitteilung. Daher wird die Suche nach Spendern auf Deutschland, Frankreich, Italien und die USA ausgeweitet. Unterstützer können gezielt Teilprojekte finanzieren, etwa die Restaurierung des Passetto oder einzelne Zimmer für die Gardisten. Ziel ist es, die Finanzierung bis Ende 2026 zu sichern, damit die Bauarbeiten 2027 beginnen können.

(vatican news)

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19. Februar 2026, 11:13