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Chaldäische Christen 2025 bei einer Prozession in Erbil (Irak) Chaldäische Christen 2025 bei einer Prozession in Erbil (Irak)  (AFP or licensors)

Irak: Chaldäische Kirche wählt im April neuen Patriarchen

Die Synode der Chaldäisch-katholischen Kirche zur Wahl eines neuen Patriarchen findet von 9. bis 15. April in Rom statt.

Das hat das Patriarchat in Bagdad in einer offiziellen Erklärung mitgeteilt. Die Wahl ist notwendig, nachdem Papst Leo XIV. am 10. März das Rücktrittsgesuch von Patriarch Louis Raphael Sako (77) angenommen hat.

Sako selbst wird an der Versammlung zur Wahl des neuen Kirchenoberhaupts nicht teilnehmen, wie er selbst schon vor ein paar Tagen angekündigt hat. Seit dem 10. März und bis zur Wahl des neuen Patriarchen leitet das ranghöchste Mitglied der Synode, Erzbischof Habib Hrmuz Al-Naufali von Basra im Südirak, die Kirche interimistisch.

Chaldäische Gläubige bei einer Liturgiefeier
Chaldäische Gläubige bei einer Liturgiefeier

Der Gewählte muss kein Bischof sein

Das für die katholischen Ostkirchen zur Anwendung kommende Kirchenrecht schreibt nicht zwingend vor, dass der neue Patriarch zum Zeitpunkt der Wahl bereits Bischof sein muss. Für die erfolgreiche Wahl ist eine Zweidrittelmehrheit nötig. Können sich die Bischöfe auch nach 15 Tagen auf keinen gemeinsamen Kandidaten einigen, muss die Angelegenheit an den Papst übergeben werden, der über das weitere Prozedere entscheidet. Der Papst muss auch die Wahl des neuen Patriarchen bestätigen.

Louis Sako leitete seit 2013 als Patriarch die Chaldäisch-katholische Kirche, eine mit Rom verbundene Ostkirche, die weit zurück in die Anfänge des Christentums reicht. Sie hat rund eine halbe Million Mitglieder. Ihr Zentrum liegt im heutigen Irak, der Sitz des „Patriarchen von Babylon“ ist die Hauptstadt Bagdad; ein großer Teil der Gläubigen lebt aber in den USA, Westeuropa und Australien.

Kardinal Sako
Kardinal Sako

Hauptproblem: die Abwanderung von Christen aus ihrer Heimat

Im Nahen Osten gibt es bedeutende chaldäische Gemeinden im Irak, Syrien, dem Libanon und im Iran. Im Irak gehörten zuletzt rund zwei Drittel der Christen der Chaldäischen Kirche an. Islamistischer Terror, eine instabile Sicherheitslage, wirtschaftliche Perspektivlosigkeit und Ressentiments in der muslimischen Mehrheitsgesellschaft machen den christlichen Gläubigen in der Region seit vielen Jahren zu schaffen.

Patriarch Sako setzte sich unermüdlich gegen die Abwanderung der Christen aus ihrer Heimat und für Religionsfreiheit sowie einen freien und demokratischen Irak mit gleichen Rechten für alle Bürgerinnen und Bürger ein. An die muslimischen Partner gerichtet, forderte er eine Modernisierung des Islam. All das werden auch für seinen Nachfolger die großen Herausforderungen sein. Dazu kommen noch interne Spannungen in der Kirche, die in den letzten Jahren sichtbar wurden. 

Aus der Assyrischen Kirche des Ostens hervorgegangen

Die Chaldäisch-katholische Kirche ist ab dem 16. Jahrhundert aus der Assyrischen Kirche des Ostens hervorgegangen. In der Kirche wird der ostsyrische Ritus verwendet. Liturgiesprache ist grundsätzlich Syrisch (Aramäisch), oft aber auch in Kombination mit Arabisch. Wegen der Union mit der römisch-katholischen Kirche haben auch lateinische Elemente Eingang in die Liturgie gefunden.

(kap – sk)
 

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20. März 2026, 11:50