Heiliger Stuhl: Zugang zur Justiz für Frauen bleibt ungleich verteilt
Viele Frauen verfügten nicht über Mittel für rechtliche Vertretung. Beratungsstellen arbeiteten mit knappen Ressourcen. Frauen in ländlichen Regionen litten zusätzlich unter fehlendem Transport und unsicheren Kommunikationsnetzen. Wer keine gute Bildung erhalten habe oder die Mehrheitssprache nicht spreche, kenne oft eigene Rechte nicht. Gleiche Chancen verlangten auch gleiche Ressourcen für Töchter und Söhne sowie Familien als „gesundes und friedliches Umfeld für alle“.
Gerechtigkeit lasse sich nicht auf juristische Abläufe reduzieren. Wie Papst Leo XIV. beobachtet habe, könne sie „nicht auf die bloße Anwendung des Gesetzes oder die Arbeit von Richtern reduziert werden, noch ist sie auf ihre prozeduralen Aspekte beschränkt“. Gewalt und Diskriminierung stellten zentrale Hindernisse dar. Wirksame Rechenschaftssysteme und eine „Kultur der Verantwortung“ sollten Missbrauch verhindern und Wiedergutmachung sichern.
Die meisten Opfer von Menschenhandel: Frauen
Unzureichende Maßnahmen erhöhten zudem das Risiko erneuter Ausbeutung. Frauen und Mädchen bildeten die Mehrheit der Opfer von Menschenhandel. Häufig gehe es um sexuelle Ausbeutung wie Prostitution, aber auch um Zwangsheirat, Leihmutterschaft oder kriminelle Ausnutzung. Verstärkte Anstrengungen zur Prävention, Aufdeckung und Strafverfolgung von Tätern seien daher „entscheidend“.
Auch beschuldigte Frauen und Mädchen hätten Anspruch auf faire Verfahren, ausreichende Verteidigung und sichere Haftbedingungen in getrennten Einrichtungen, so der Heilige Stuhl. Schwangere sowie Mütter von Säuglingen benötigten besondere gesundheitliche und ernährungsbezogene Betreuung. Mädchen müssten altersgerechte Unterbringung erhalten.
Insgesamt verlange der Aufbau einer gerechten Gesellschaft einen ganzheitlichen Ansatz. Dazu gehörten Armutsbekämpfung, der Einsatz gegen Diskriminierung und Gewalt, starke Institutionen und Bildung. Der Heilige Stuhl sowie zahlreiche katholische Einrichtungen wollten diese Bemühungen weiter unterstützen.
(vatican news – gs)
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