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Frère Matthew von Taizé Frère Matthew von Taizé 

Taizé-Prior Frère Matthew über die Ukraine und Papst Leo XIV.

Der Prior der Gemeinschaft von Taizé, Frère Matthew, hält sich derzeit zu Gesprächen in Rom auf. In einem Interview reflektierte er über die langjährigen Beziehungen seiner Gemeinschaft zur Ukraine und berichtete von seinen Eindrücken aus der Kriegsregion sowie seiner Audienz bei Papst Leo XIV., den er am Freitag gesehen hatte.

Mario Galgano - Vatikanstadt

Die Verbindung zwischen Taizé und der Ukraine besteht laut Frère Matthew bereits seit Beginn der 1990er-Jahre. Regelmäßig reisen Brüder der Gemeinschaft in das Land, nicht als humanitäre Organisation, sondern um „einen Raum für Gebet zu geben“. Dies sei ein Zeichen an die Menschen vor Ort, dass sie nicht vergessen würden.

Persönlich verbrachte der Prior das Weihnachtsfest in Saporischschja, einer Stadt nahe der Frontlinie. Diese Erfahrung beschrieb er als prägend: „Ich habe zum ersten Mal verstanden, was das bedeutet: Das Licht scheint in der Dunkelheit.“ Er hob das Engagement der griechisch-katholischen und lateinischen Bischöfe sowie der aktiven Jugendgruppen hervor, die trotz der Leiden vor Ort blieben. Gleichzeitig warnte er vor einer „Gefahr der Gleichgültigkeit“ in Westeuropa, wo man sich zunehmend an die Nachrichten aus dem Krieg gewöhne.

Hier das ganze Interview zum Nachhören

Ökumene als Fundament für den Frieden

Angesichts der orthodoxen Prägung der Ukraine und der Minderheitensituation der katholischen Kirchen betonte Frère Matthew die Bedeutung des gemeinsamen Zeugnisses. Unter Bezugnahme auf das Johannesevangelium (Joh 17) erklärte er, dass die Glaubwürdigkeit des Evangeliums eng mit der Einheit der Christen verknüpft sei.

„Wenn wir diese Einheit leben, dann wird das Evangelium glaubwürdig, und wir sind vielleicht ein bisschen mehr der Sauerteig, der hilft, diesen Frieden wachsen zu lassen“, so der Prior. Trotz der historisch bedingten Schwierigkeiten pflege Taizé Kontakt zu beiden orthodoxen Kirchen in der Ukraine. Es kämen weiterhin junge orthodoxe Christen nach Taizé, was in der „zerbrechlichen Situation“ ein wichtiges Signal für den Friedenswillen sei.

Zwei Männer in Weiß im Gespräch
Zwei Männer in Weiß im Gespräch

Audienz bei Papst Leo XIV.

In Rom wurde Frère Matthew von Papst Leo XIV. in einer Privataudienz empfangen. Der Prior beschrieb den Papst als einen „Mann des Zuhörens“, der sich die nötige Zeit für sein Gegenüber nehme. Er habe den Eindruck gewonnen, der Papst agiere „wie Petrus, der seine Brüder bestätigt“.

Themen des Gesprächs seien Einheit und Frieden gewesen, zwei Schwerpunkte, die Leo XIV. bereits seit Beginn seines Dienstes verfolgt. Auch sei es um die Situation der Jugend gegegangen. Der Papst und der Prior erörterten die zunehmende Einsamkeit junger Menschen, die durch die Folgen der Pandemie und digitalen Fernunterricht verstärkt wurde. Ein dritter Aspekt betraf die Sehnsucht nach Gemeinschaft. Frère Matthew berichtete dem Papst, dass es oft nicht viel brauche – lediglich einen Raum zum Gebet und zur Begegnung –, damit Gemeinschaft wachsen könne.

Papst Leo XIV. habe zudem erzählt, dass er die Schriften des Taizé-Gründers Frère Roger bereits vor seinem Pontifikat kannte und las. Während seiner Zeit als Leiter der Augustiner sei er auf seinen Reisen häufig mit den Gesängen von Taizé und Jugendlichen aus der Gemeinschaft in Berührung gekommen.

(vatican news)

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23. März 2026, 13:29