Vatikan: „Heiliges Land ohne Gläubige ist ein verlorenes Land“
Mario Galgano - Vatikanstadt
„Wie sehr haben wir gehofft, dass der Frieden endlich Leben und Hoffnung ins Heilige Land zurückbringen möge!“, beginnt Gugerotti den Brief. Doch die Realität sei ernüchternd: Waffenruhen blieben aus, Gebiete seien umkämpft, und während das Medieninteresse nachlasse, sterben weiterhin Menschen. Besonders dramatisch sei die Lage der christlichen Minderheit, die ihre Heimat verlasse, um ihr Leben zu retten.
Flucht vor Bomben und Arbeitslosigkeit
Die Situation der im Land verbliebenen Christen ist laut Vatikan existenzbedrohend. Viele hätten durch das Ausbleiben von Pilgern ihre Arbeit verloren. Zudem hätten zuerst Bomben und später Naturkatastrophen das Land „unbewohnbar gemacht“. Gugerotti berichtet von Schulen, in denen Lehrer fehlen, weil ihnen die Einreise verweigert wird, und von Familien, die vor den Trümmern ihrer Existenz stehen.
Die Kollekte als „Geste der Umkehr“
Der Kardinal ruft dazu auf, am Karfreitag nicht nur „Almosen“ zu geben, sondern ein echtes Opfer zu bringen. „Wir müssen Vieles ändern: die Mentalität, die Sensibilität, die Prioritäten im täglichen Leben, weil uns diese Welt immer mehr entmenschlicht“, so der Präfekt. Das Teilen von Geld sei eine zentrale Geste, um den Brüdern und Schwestern in „äußerster Gefahr“ das Überleben für einen weiteren Tag zu ermöglichen.
Gugerotti erinnert daran, dass ein Heiliges Land ohne lebendige Gemeinden zu einem bloßen Freilichtmuseum würde: „Ein Heiliges Land ohne Gläubige ist ein verlorenes Land, weil die lebendige Erinnerung verloren ginge.“
Unterstützung durch Papst Leo XIV.
Der Appell stützt sich auch auf die Worte von Papst Leo XIV., der unermüdlich zu echtem Frieden statt vorläufigen Waffenstillständen aufruft. Der Papst betonte erst kürzlich vor Vertretern der Ostkirchen: „Den Christen muss die Möglichkeit gegeben werden, mit allen Rechten, die ihnen ein sicheres Leben garantieren, in ihrer Heimat zu bleiben.“
Kardinal Gugerotti schließt seinen Brief mit einem eindringlichen Vergleich: Die Hilfe der Weltkirche sei vielleicht nur ein „Tropfen im Ozean“, doch ohne diesen Tropfen würde der Ozean „zur Wüste“. Er appelliert an die Priester vor Ort, die Gewissen aufzurütteln und deutlich zu machen, dass ein Angriff auf die notleidende Kirche ein „Frevel gegen den Leib Christi“ sei.
(vatican news)
Danke, dass Sie diesen Artikel gelesen haben. Wenn Sie auf dem Laufenden bleiben wollen, können Sie hier unseren Newsletter bestellen.