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Beichtgelegenheit für junge Heilig-Jahr-Pilger 2025 auf dem Circo Massimo Beichtgelegenheit für junge Heilig-Jahr-Pilger 2025 auf dem Circo Massimo 

Vatikan: Kurs für Beichtväter mit pastoralem Ansatz

In Rom findet diese Woche wieder der von der Apostolischen Pönitentiarie organisierte internationale Kurs über das sogenannte ,Forum internum' statt, den inneren Bereich des menschlichen Glaubens und Gewissens. Es ist die bereits 36. Ausgabe der Fortbildung, die sich vor allem an Priester am Beginn ihres seelsorglichen Dienstes sowie an Seminaristen richtet.

Der Regent der Apostolischen Pönitentiarie, Bischof Krzysztof Józef Nykiel, bezeichnet das Bußsakrament als zentrale Quelle des kirchlichen Lebens. „Das Sakrament der Versöhnung ist eine Quelle des Lebens, in der sich die Macht der Gnade zeigt“, erklärte er im Gespräch mit den vatikanischen Medien. Zugleich unterstrich er die Verantwortung des Beichtvaters: „Die Verantwortung des Beichtvaters für jeden einzelnen Pönitenten ist enorm. Was im (geschützten) Bereich des inneren Forums geschieht, baut die Kirche auf unsichtbare, aber reale Weise auf.“

Der Kurs will Priester deshalb nicht nur mit rechtlichen Vorschriften vertraut machen. Entscheidend ist laut Nykiel die Fähigkeit, Menschen in komplexen Lebenssituationen geistlich zu begleiten. Der Beichtstuhl sei „ein besonderer Raum der Begegnung mit der Person, mit ihrer Lebensgeschichte, ihren moralischen Dramen und ihrem echten Wunsch nach Versöhnung“.

„Die Treue zu diesem stillen und demütigen Dienst gehört heute zu den grundlegenden Aufgaben der Hirten“

Der aus Polen stammende Regent betont zugleich die pastorale Bedeutung dieses oft verborgenen Dienstes. „Die Treue zu diesem stillen und demütigen Dienst gehört heute zu den grundlegenden Aufgaben der Hirten“, so Nykiel. Der Beichtstuhl sei nicht nur ein Arbeitsfeld unter vielen. „Der Dienst im Beichtstuhl ist ein Ort besonderer Ausübung der Sendung der Kirche als Gemeinschaft der Versöhnung.“

Auch Erfahrungen während des Heiligen Jahres 2025 hätten die Bedeutung dieses Sakraments bestätigt. Vor allem in den römischen Basiliken suchten zahlreiche Gläubige wieder die Beichte – oft nach langer Zeit. Viele hätten dabei nicht nur die sakramentale Lossprechung gesucht, sondern auch geistliche Orientierung.

„Viele Pönitenten suchen nicht nur die sakramentale Lösung, sondern auch das Gespräch“

Nykiel beschreibt diese Erfahrung so: „Viele Pönitenten suchen nicht nur die sakramentale Lösung, sondern auch das Gespräch, das Licht für die Unterscheidung ihres Lebens und Elemente einer geistlichen Begleitung. Dieses Phänomen zeigt, dass das Sakrament der Buße nicht nur eine reinigende, sondern auch eine formende und integrierende Funktion hat und auf das tiefe Bedürfnis nach geistlicher Begleitung im heutigen kulturellen Kontext antwortet.“

Vor diesem Hintergrund will die Fortbildung Priester auf eine besonders sensible Form der Seelsorge vorbereiten. „Der Kurs, den die Apostolische Pönitentiarie organisiert, will die Priester darauf vorbereiten, wirklich wirksame Werkzeuge der Barmherzigkeit Gottes zu werden“, erklärt der Bischof. Ziel sei ein Dienst, der „die Treue zur Lehre mit pastoraler Sensibilität verbindet“.

Erneuerung des kirchlichen Lebens

Nach den Worten Nykiels zeigt sich gerade im stillen Dienst des Beichtstuhls eine Erneuerung der Kirche. „Wo der Priester seinen Dienst im Beichtstuhl treu und klug ausübt, verwirklicht sich eine echte – wenngleich oft verborgene – Erneuerung des kirchlichen Lebens, in der Stille, in der Demut und im Raum der Begegnung des Menschen mit dem Vater, der vergibt.“

Die Apostolische Pönitentiarie, der Gnadengerichtshof der katholischen Kirche, organisiert den Kurs jedes Jahr, um Priester auf den Dienst im Beichtstuhl vorzubereiten. Neben theologischen Grundlagen behandelt das Programm konkrete pastorale Fragen. Teilnehmer sollen lernen, kirchenrechtliche Normen verantwortungsvoll auf einzelne Gewissenssituationen anzuwenden und Gläubige auf ihrem Weg der Umkehr zu begleiten.

(vatican news – gs)

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09. März 2026, 13:14