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Bischof Paolo Martinelli Bischof Paolo Martinelli  (@VaticanNews)

Apostolischer Vikar: „Wir müssen überall die Liebe bezeugen“

Bischof Paolo Martinelli, Apostolischer Vikar für das südliche Arabien, hat zum Osterfest eine Botschaft der Versöhnung an die katholische Gemeinschaft der Region gerichtet. Das Vikariat umfasst staatsrechtlich die Vereinigten Arabischen Emirate, das Sultanat Oman und die Republik Jemen – Gebiete, die derzeit teils unmittelbar oder mittelbar von kriegerischen Auseinandersetzungen und Sicherheitsrisiken betroffen sind.

Deborah Castellano Lubov und Mario Galgano - Vatikanstadt

Überschattet wurden die Kar- und Ostertage durch kurzfristige Änderungen im Dekanat Dubai. An der Marienkirche sowie in St. Francis in Jebel Ali konnten die Gottesdienste nicht wie gewohnt in physischer Präsenz stattfinden. Die Kirchen wurden bis auf weiteres geschlossen, die Liturgien wurden in den digitalen Raum verlegt.

Bischof Martinelli drückte seine Hoffnung auf eine baldige Rückkehr zur gemeinsamen Feier in den Gotteshäusern aus. Er rief die Betroffenen dazu auf, „die Schwierigkeiten dieser Tage in Vereinigung mit Christus aufzuopfern, damit dieses Opfer Früchte für das Wohl der Kirche und den Frieden in der Welt trage“.

Kritik an der „Absurdität der Gewalt“

In seiner Predigt zum Karfreitag und in der Osterbotschaft setzte sich der Bischof mit der Sicherheitslage im Nahen Osten auseinander. Er konstatierte eine zunehmende Verunsicherung durch die jüngsten Eskalationen in der Region.

„In diesen Tagen des Krieges erleben wir die Absurdität der Gewalt, die keine Probleme löst, sondern sie schafft und verschlimmert, Tod und Zerstörung bringt und Angst sowie Ungewissheit verursacht.“

Martinelli zog einen Vergleich zwischen Naturkatastrophen und menschengemachter Gewalt: Während Naturereignisse traurig stimmten, erwecke das Leid, das Menschen einander durch Waffen zufügen, den Eindruck, „die Menschheit habe ihren Sinn für Vernunft verloren“.

Die theologische Antwort auf das Leid

Der Bischof betonte, dass der Sieg Christi nicht gegen menschliche Armeen errungen wurde, sondern gegen das Böse an sich. Er erinnerte daran, dass die Kreuzigung des Unschuldigen das „schrecklichste Ereignis der Menschheitsgeschichte“ gewesen sei, die Auferstehung jedoch garantiere, dass das Böse nicht das letzte Wort behalte.

Angesichts der Sorgen vieler Gläubiger um ihre Arbeitsplätze, Familien und die Zukunft ihrer Kinder in einer instabilen Region, verwies der Vikar auf die Angst der Jünger und Maria Magdalenas nach dem Tod Jesu. Die Gewissheit der Gegenwart des Auferstandenen müsse jedoch den Blick auf Schmerz und Tod verändern.

Dank an die lokalen Behörden

Trotz der schwierigen Umstände dankte Bischof Martinelli den lokalen Behörden für die Bemühungen um die Sicherheit der christlichen Minderheit. Er hob hervor, dass Gebet und Fasten die Gemeinschaft durch die „Wüste“ dieser Zeit getragen hätten. Der Bischof rief dazu auf, die kommende Woche im Geiste der Auferstehung zu begehen, was in den Feierlichkeiten zum Sonntag der Göttlichen Barmherzigkeit münden werde.

Abschließend appellierte er an die Gläubigen, ihren Auftrag wahrzunehmen: „Unsere Aufgabe ist es, zu bezeugen, dass die Liebe siegt.“

(vatican news)

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07. April 2026, 13:30