Peru/Vatikan: Chiclayo hält Kontakt zu „seinem“ Papst
Gudrun Sailer und P. Johan Pacheco - Vatikanstadt
Janinna Sesa Córdova, frühere Direktorin von Caritas Chiclayo und heute Leiterin der NGO „Voices of Help“, erinnerte an die enge Zusammenarbeit mit dem damaligen Bischof Prevost, heute: Papst Leo. Das Treffen mit dem Kirchenoberhaupt habe sie persönlich bewegt.
„Ich glaube, in dieser Begegnung lag eine besondere Gnade. Diese Ruhe und die Freude, ihn wiederzusehen, waren spürbar“, sagte Sesa Córdova. „Er war für mich, für unser Team und für die Menschen in Chiclayo ein großer Vater. Er stand den Menschen immer nahe. Ich sehe ihn heute nicht anders.“
Die Delegation überreichte dem Papst Geschenke von Frauen aus der Region Chiclayo, die mit der in Peru wachsenden Sorte von Baumwolle arbeiten. Laut Sesa Córdova habe Prevost solche Projekte schon als Bischof unterstützt. „Damals wurden viele Frauen geschult, damit sie den Anbau und die Verarbeitung der einheimischen Baumwolle lernen konnten“, erklärte sie.
Zur Gruppe gehörten auch Vertreter des deutschen Entwicklungsprojekts GIZ „SI Frontera“, der Deutsche Jean-Oliver Schmidt und der Peruaner José Antonio Encinas. Die GIZ ist die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit, ein Bundesunternehmen, das im Auftrag der deutschen Bundesregierung weltweit die internationale Zusammenarbeit für nachhaltige Entwicklung umsetzt. In Nordperu unterstützt die GIZ soziale Projekte und Programme für Migranten. José Antonio Encinas betonte im Gespräch mit Vatican News die Bedeutung menschenwürdiger Lebensbedingungen.
„Für uns ist das eine Bestätigung der guten Arbeit, die wir in den Gemeinschaften leisten“, sagte Encinas. „Wir geben Migranten die nötigen Werkzeuge, damit sie eigenständig leben können, damit sie Würde erfahren, Ausweisdokumente erhalten und Zugang zu einer Identität bekommen.“
Die Arbeit reiche von Bildungsprojekten bis zur medizinischen Versorgung. „Wir unterstützen Unternehmerinnen und Unternehmer in Armut, Jugendliche und Kinder mit Zugang zur Schule, ältere Menschen mit Zugang zum Gesundheitswesen und chronisch Kranke beim Zugang zu staatlichen Gesundheitssystemen“, so Encinas.
Was mit Prevost begann: Umfassende Zusammenarbeit
Sesa Córdova schilderte, wie sich unter dem damaligen Bischof Prevost dauerhafte Strukturen entwickelt hätten. „Es entstand eine Zusammenarbeit zwischen Kirche, Staat und Zivilgesellschaft“, sagte sie. Grundlage sei der synodale Gedanke gewesen: Kräfte bündeln, um gemeinsam dem Gemeinwohl zu dienen.
Besonders während der starken venezolanischen Migration nach Peru im Jahr 2018 habe sich dieses Netzwerk bewährt. Nach Angaben der früheren Caritas-Direktorin engagieren sich inzwischen frühere Migrantinnen selbst sozial in Chiclayo. „Heute leisten venezolanische Frauen als organisierte Gruppe soziale Arbeit – nicht nur für Migranten, sondern auch für die Bevölkerung von Chiclayo“, erklärte sie.
Auch staatliche Stellen seien eingebunden worden, darunter Migrationsbehörden, Außenministerium und Ombudsstelle. Die Beteiligten koordinierten gemeinsam Hilfen in den Bereichen Gesundheit, Bildung und Katastrophenschutz.
Encinas beschrieb die Rolle der internationalen Zusammenarbeit. „Uns verbindet das gemeinsame Ziel, Menschen zu helfen“, sagte er. Dabei gehe es nicht nur um direkte Hilfe, sondern auch um die Stärkung staatlicher und gesellschaftlicher Organisationen. „Die Institutionen müssen den Menschen in den Mittelpunkt stellen.“
Mehrfach verwiesen die Gesprächspartner auf das Vorbild des heutigen Papstes. Sesa Córdova erinnerte an Naturkatastrophen in der Region Chiclayo. „Wenn eine Katastrophe geschah, ergriff er selbst die Initiative. Er zog Stiefel an, ging in den Schlamm und half den Menschen“, sagte sie. Gerade dieses konkrete Handeln habe andere Institutionen motiviert, ebenfalls zu helfen.
„Sein Aufruf kam nicht vom Schreibtisch aus, sondern aus der Nähe zu den Menschen – so wie Christus bei den Armen war“, erklärte Sesa Córdova weiter. Leo XIV. besitze „diese Einfachheit und Nähe zu den Menschen“, die Vertrauen schaffe.
Zum Abschluss sprach Sesa Córdova über den persönlichen Eindruck nach der Audienz. Besonders in Erinnerung geblieben sei ihr die erste Frage des Papstes: „Wie geht es dir?“ Daraus lasse sich viel lernen. „Wir sollten überall, wohin wir gehen, für die Menschen sorgen und sie zuerst einmal einfach fragen: Wie geht es dir?“
(vatican news – gs)
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