Parolin an die Schweizergarde: Ein Leben aus Demut und Dienst
Mario Galgano - Vatikanstadt
Der Kardinal mahnte die Rekruten, regelmäßig in der Heiligen Schrift zu lesen, um das Herz Jesu in der Tiefe kennenzulernen.
Bezugnehmend auf das Johannesevangelium verglich Parolin den täglichen Dienst der Gardisten mit den Reben am Weinstock. Sowohl an den repräsentativen Posten als auch in den bescheidensten Aufgaben sei ihr Einsatz ein Ausdruck des Guten, das „unentgeltlich und ohne Erwartung einer Belohnung“ getan werde. Er betonte, dass Geben seliger als Nehmen sei. Der gewählte Termin der Feierlichkeiten ist dabei von hoher symbolischer Bedeutung: Der 6. Mai markiert den Jahrestag des Sacco di Roma im Jahr 1527, als 147 Schweizergardisten ihr Leben ließen, um Papst Clemens VII. zu schützen. In Gedenken an dieses Opfer leisten heute 28 neue Rekruten ihren feierlichen Eid in Anwesenheit von Papst Franziskus.
Lebensnotwendige Verbindung
Kardinal Parolin hob hervor, dass die Worte „Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben“ nicht bloß einen wirkungsvoller Slogan darstellten, sondern eine lebensnotwendige Verbindung beschrieben. Eine Rebe, die vom Weinstock getrennt wird, verdorrt und wird nutzlos. Wer hingegen mit dem Herrn verbunden bleibe, erfahre in der großzügigen Selbsthingabe ein Gefühl der Fülle und der Freude. Dieser Weg erfordere jedoch eine tägliche und gehorsame Aufmerksamkeit für das Wort Gottes. Ohne dieses Fundament bestehe die Gefahr, dass das eigene Leben sich auf Abwegen verliere.
In seiner Auslegung der Parabel nannte der Kardinal drei entscheidende Schritte der geistlichen Formung: Reinigung, Verbleiben und Fruchtbringen. Er erklärte, dass die Reinigung oft durch „tiefe und schmerzhafte Schnitte“ erfolge, die jedoch keinen strafenden, sondern einen befreienden Charakter hätten. Das Wort Gottes wirke auf den Menschen ein, um ihn lebendiger zu machen und für ein höheres Gut zu stärken.
Die Zärtlichkeit Gottes
Das „Verbleiben im Herrn“ bezeichnete der Kardinalstaatssekretär als den zentralen Zielpunkt. Es gehe darum, die Zärtlichkeit Gottes so tief zu verinnerlichen, dass man ihm als Kind und nicht als Sklave gehorche. Letztlich bringe eine Rebe keine Früchte für sich selbst hervor, sondern für andere. Wer mit Demut und Glauben handele, könne den Kurs nicht verfehlen, so das Fazit des Kardinalstaatssekretärs vor den künftigen Beschützern des Papstes.
(vatican news)
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