Erzbischof Ettore Balestrero Erzbischof Ettore Balestrero 

Heiliger Stuhl wirbt für „Kultur der Verhandlung“ und Frieden

Der ständige Beobachter des Heiligen Stuhls bei den Vereinten Nationen und anderen internationalen Organisationen in Genf, Erzbischof Ettore Balestrero, hat bei der 62. Sitzung des UNO-Menschenrechtsrats betont: „Heute führt die Zunahme von Konflikten zu einer Kürzung der Entwicklungshilfegelder. Die tatsächlichen Kosten dafür tragen die Armen und Bedürftigen.“ Er warnte zudem vor Desinformation: „Die Suche nach der Wahrheit ist für die Demokratie unerlässlich“.

Vatican News

„Um Frieden zu schaffen, ist es dringend notwendig, von der ‚Kultur der Macht‘ zu einer authentischen ‚Kultur der Verhandlung‘ überzugehen, die auf Solidarität und der Erkenntnis beruht, dass unser Nächster nicht in erster Linie ein Feind, sondern ein Mitmensch ist“, betonte Erzbischof Balestrero anlässlich der 62. ordentlichen Sitzung des Menschenrechtsrats. Der Rat tagt von 15.6.- 7.7. in Genf. Der Vatikan-Diplomat stützte seine Überlegungen auf den Bericht der unabhängigen Experten für Frieden und internationale Solidarität, in dem betont wird, „wie wichtig es ist, der friedlichen Beilegung von Streitigkeiten Vorrang vor Militarisierung und Spaltung einzuräumen“, wie es auch in der Charta der Vereinten Nationen verankert ist. Der Bericht hebt laut dem Erzbischof auch hervor, dass „heute die Zunahme von Konflikten mit einer gleichzeitigen Kürzung der Entwicklungshilfegelder sowie mit Einschnitten bei den Haushaltsmitteln für das Gesundheitswesen, das Bildungswesen und andere soziale Bereiche einhergeht“. Und „leider tragen die Ärmsten und Bedürftigsten die tatsächlichen Kosten all dessen“, kommentierte der Erzbischof.

Balestrero lenkte die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf die Themen „Brüderlichkeit“ und „soziale Freundschaft“: Prinzipien, so betont er, die „im Mittelpunkt jeder gerechten Beziehung zwischen den Völkern stehen müssen“.

Desinformation verfestigt Ausgrenzung

Balestrero erwähnte auch eine „Tendenz zur Desinformation in den sozialen Medien und im politischen Diskurs“,  welche „die Ausgrenzung von Menschen unterschiedlicher Religionen oder ethnischer Herkunft zementiert und damit das Risiko der Anstiftung zu Diskriminierung und/oder Gewalt erhöht“. Auch „Frieden und Solidarität“ seien so gefährdet. In diesem Zusammenhang zitierte der Diplomat die Enzyklika „Magnifica Humanitas“ von Papst Leo XIV., in der der Papst betont: „ Desinformation hat nicht erst mit der KI begonnen, findet in ihr jedoch einen wirkungsvollen Verstärker. Die Möglichkeit, Inhalte, Bilder und Videos zu manipulieren, setzt die Bürger einseitigen oder irreführenden Sichtweisen aus“. Daher betonte Erzbischof Balestrero: „Die Suche nach der Wahrheit ist ein wesentliches Element der Demokratie, die an sich schon ein Mittel ist, um zum Gemeinwohl beizutragen“.

(vatican news - sst) 

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17. Juni 2026, 16:30