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Papst: Ältere Menschen als Vorbilder für ein Leben, das sich nicht an Effizienz misst

Anlässlich eines Treffens zur Seelsorge für ältere Menschen am 10. Juni unterstreicht der Papst den Wert der Gebrechlichkeit als „Teil des Wunders, das wir sind“ und als das wahre Kennzeichen einer Existenz, die auf der „Fähigkeit zu lieben und sich lieben zu lassen“ beruht. Er äußerte sich in einem Schreiben an den Kardinalpräfekten des zuständigen Dikasteriums für Laien, Familie und Leben, Kevin Joseph Farrell, das von Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin unterzeichnet wurde.

 

Die mit dem fortschreitenden Alter einhergehende Gebrechlichkeit ohne Scham anzunehmen, um die neuen Generationen für den Wert eines Daseins zu begeistern, das „nicht am Maßstab der Effizienz oder Selbstgenügsamkeit gemessen wird, sondern an der Fähigkeit, zu lieben und sich lieben zu lassen, zu geben und zu empfangen“. Das ist der Kern des Schreibens von Papst Leo XIV., Das Treffen fand am Mittwoch, 10. Juni, in Rom in der Sala Pio XI des Palazzo San Calisto zum Thema „Eine Brücke zum Himmel. Das Lehramt der Gebrechlichkeit in Zeiten der Stärke“ statt.

Der Wert der Schwäche

„Heute haben ältere Menschen in vielen Regionen der Welt noch viel Energie, die sie in den Dienst der Gemeinschaft stellen können“, heißt es in dem Brief weiter. Das Alter bringe jedoch auch einen tieferen Aspekt mit sich: den Wert der Schwäche. Die derzeitige Erhöhung der Lebenserwartung bringe nämlich eine Verlängerung der Zeit der Gebrechlichkeit mit sich und eröffne laut dem Papst neue Überlegungen zur Bedeutung dieser Lebensphase: Welchen Wert soll man den vielen Jahren beimessen, die ein Mensch in einem Zustand körperlicher oder geistiger Schwäche verbringen kann? Mit welcher christlichen Perspektive soll man diese Zeit gestalten? Wie kann man verkünden, dass das menschliche Leben in jeder seiner Phasen stets seine „unendliche Würde“ bewahrt?

Gegen die Logik der Leistung

Leo XIV. hatte schon im August beim Jubiläum der Jugend das „Wunder der Zerbrechlichkeit“ gepriesen. Auch aktuell ruft er die neuen Generationen auf den Plan, die von wahren „Lebenslehrern“ lernen können: den Älteren. In der gelassenen Annahme der mit dem Älterwerden verbundenen Grenzen können sie nämlich eine Zeit der Gnade erkennen, in einer Gesellschaft, die von der „Logik der Leistung und des Wettbewerbs“ beherrscht wird, in der Stärke oft als „Machtdemonstration“ verstanden wird und Gefahr läuft, in Übergriffigkeit zu entarten. Angesichts dieser Haltungen, so schließt der Brief, verkündet die Kirche weiterhin die Botschaft des Evangeliums, die die Sanftmütigen und die Demütigen im Herzen seligpreist, und erkennt in den Älteren „aufgrund ihrer Lebenserfahrung und Lebensweisheit die ersten und maßgeblichen Zeugen dieser christlichen Sicht des Menschen“.

(vatican news)

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11. Juni 2026, 10:10