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P. Eberhard von Gemmingen SJ P. Eberhard von Gemmingen SJ  

Anerkennung für ein Lebenswerk im Dienst der Kommunikation

Eine hochrangige Auszeichnung des Vatikans würdigt fast drei Jahrzehnte engagierter Medienarbeit. Für den Jesuitenpater Eberhard von Gemmingen, der 27 Jahre lang die deutschsprachige Redaktion von Radio Vatikan leitete, besitzt diese Ehrung einen hohen Stellenwert, wie er gegenüber den vatikanischen Medien sagt.

Mario Galgano - Vatikanstadt

Noch tiefer bewegte ihn jedoch das persönliche Lob seines langjährigen Wegbegleiters Pater Federico Lombardi. Dieser würdigte ausdrücklich den dynamischen und unkonventionellen Arbeitsstil Gemmingens, der für die Weiterentwicklung der vatikanischen Medienlandschaft entscheidende Impulse setzte.

Die prägende Kraft des Papsttums

Im Rückblick auf seine Dienstzeit hebt der Geistliche im Gespräch mit den vatikanischen Medien die historische Tragweite der verschiedenen Pontifikate hervor. Besonders das Wirken von Papst Johannes Paul II. bleibt als Beispiel für gewaltlose Veränderung in Erinnerung. Durch bloße Überzeugungskraft und den wiederholten Aufruf „Habt keine Angst“ habe das polnische Kirchenoberhaupt den Systemwechsel im Ostblock maßgeblich mitgestaltet und bewiesen, dass Päpste Weltgeschichte im positiven Sinne prägen können.

Die Feier für Pater Gemmingen am Dienstagnachmittag im Dikasterium für die Kommunikation
Die Feier für Pater Gemmingen am Dienstagnachmittag im Dikasterium für die Kommunikation

Auch zu Benedikt XVI. bestand eine langjährige Verbindung, die bis in die späten 1960er-Lehrjahre nach Tübingen zurückreicht. Auch wenn es im deutschen Sprachraum immer wieder zu Spannungen und Debatten kam, betont Gemmingen die weltweite Hochachtung vor der intellektuellen Brillanz des deutschen Papstes.

Das darauffolgende Pontifikat von Papst Franziskus zeichnet sich nach Gemmingens Analyse durch ein leidenschaftliches Engagement für die Armen und eine ausgeprägte Nähe zu den Gläubigen aus. Der aktuelle Papst Leo XIV. hinterlasse nach seinem ersten Amtsjahr ebenfalls einen hervorragenden Eindruck, der das Vertrauen in die geistliche Führung der Kirche stärke. Die Reihe der Persönlichkeiten auf dem Stuhl Petri zeige im internationalen Vergleich eine beeindruckende Qualität und Effizienz im Einsatz für die Menschenrechte.

Lobende Worte von P. Lombardi (rechts) für seinen deutschen Mitbruder
Lobende Worte von P. Lombardi (rechts) für seinen deutschen Mitbruder

Vom klassischen Rundfunk zur digitalen Plattform

Die Amtszeit Gemmingens war von einer tiefgreifenden technischen Modernisierung geprägt. Gemeinsam mit Fachleuten und internationalen Mitbrüdern steuerte er den Übergang vom traditionellen Kurzwellenrundfunk hin zur modernen Internetkommunikation. Die Einführung von Computern, Newslettern und Online-Beiträgen ermöglichte es den Hörern weltweit, die Inhalte zeitunabhängig zu nutzen und nachzulesen. Historisch erwies sich Radio Vatikan insbesondere für die Menschen im ehemaligen Ostblock als elementare Quelle der Ermutigung und der freien Information.

Ein Appell für die Zukunft der Verkündigung

Als zentrales Anliegen für die Zukunft formuliert der Medienmann den Wunsch nach einer konstruktiven Haltung gegenüber Rom. Statt einer lokal begrenzten Skepsis gelte es, das weltweite Wachstum und die Vitalität der Kirche, wie etwa auf dem afrikanischen Kontinent, wahrzunehmen. Die christliche Botschaft müsse in der modernen Verkündigung so vermittelt werden, dass sie die Menschen intellektuell anspreche und als packende, geistige Kraft erfahren werde.

(vatican news)

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19. Juni 2026, 10:10