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Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin im Palazzo Borrimini, dem Sitz der italienischen Boschaft beim Heiligen Stuhl Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin im Palazzo Borrimini, dem Sitz der italienischen Boschaft beim Heiligen Stuhl 

Kardinal Parolin: Verhandlungen mit Iran wieder aufnehmen

Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin hofft weiter, dass die katholische Kirche mit ihren beständigen Friedensmahnungen einen Beitrag zum Ende der Konflikte in der Welt leisten kann. „Gewalt ist niemals zielführend“, bekräftigte der „zweite Mann“ beim Heiligen Stuhl Mittwochabend in Rom bei der Vorstellung eines Buches, das von Päpsten und Frieden handelt. Parolin äußerte sich zu Iran, Gaza und der Ukraine.


Tief besorgt zeigte sich Parolin über die Entwicklungen im Iran. „Ich weiß nicht, wie das enden wird. Ich glaube, nur wenige wissen es, vielleicht niemand“, so der Kardinalstaatssekretär gegenüber Medienschaffenden am Rande der Buchpräsentation. Die Hoffnung sei, dass die Verhandlungen wieder aufgenommen würden, um eine stabile Vereinbarung „zum Wohl des Landes und auch zum Wohl der Welt“ zu erzielen, da „diese Situationen den Frieden in der ganzen Welt gefährden“. Die Streitkräfte der USA haben zwölf Nächte in Folge Ziele im Iran angegriffen, Teheran setzte das vereinbarte Rahmenabkommen außer Kraft.

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Gaza: „Nein zu Mauern, ja zu Brücken“

Im Gazastreifen indessen zieht die israelische Armee nach aktuellen Meldungen derzeit eine Mauer hoch. „Wir können es mit einem Slogan wiederholen: Nein zu Mauern, ja zu Brücken“, das sei die Bewertung des Heiligen Stuhles zu dieser Entwicklung, kommentierte Parolin.

Wegen des anhaltenden russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine haben sich die EU-Staaten indessen auf ein neues Sanktionspaket gegen Russland verständigt, wie EU-Diplomaten am Donnerstagmorgen in Brüssel mitteilten. Der „Außenminister“ des Heiligen Stuhles, Erzbischof Paul Richard Gallagher, kam soeben von einem sechstägigen Besuch in der Ukraine zurück. Parolin berichtete den Medienleuten, dass es laut Gallagher in der Nacht auf Sonntag, während seiner Anwesenheit im Land, „einen der heftigsten Angriffe“ seit Beginn des Konflikts gegeben habe.

„Ich hoffe nur, dass die Wahrheit ans Licht kommt“

Der Kardinal beantwortete auch Pressefragen zu einzelnen gewalttätigen Vorgängen in Italien. In Bologna war am vergangenen Sonntag ein Migrant aus Marokko gestorben, als Polizisten ihn mit Gewalt zu Boden drückten. Daraufhin protestierten mehrere Tausende Menschen in Bologna, wobei eine kleine Gruppe der Demonstranten Flaschen und Feuerwerkskörper warfen und zwei Autos in Brand setzten. Parolin sagte, er bedaure den Tod des Migranten. „Ich hoffe nur, dass die Wahrheit ans Licht kommt“, erklärte er und forderte Untersuchungen „in einer besonnenen Atmosphäre, selbstverständlich ohne Gewalt“, da diese „niemals zielführend“ sei.

Parolin äußerte sich auch zur Verurteilung des italienischen Juweliers Mario Roggero, der einen fliehenden Einbrecher in sein Geschäft bei Cuneo erschossen hatte und dafür mehr als 14 Jahre ins Gefängnis soll. Das Urteil hatte massiven öffentlichen Protest ausgelöst. Mit Blick auf die hitzigen Stellungnahmen bekräftigte Kardinal Parolin die Rolle der Kirche bei der Förderung von Dialog und Frieden in der Gesellschaft. „Die Kirche wiederholt immer wieder Worte, die hilfreich sein können“, sagte er und erinnerte an das Gleichnis vom Sämann in der Hoffnung, dass diese Ermutigung „Früchte tragen“ werde. „Unabhängig von den möglichen Ergebnissen ist es richtig, weiterhin auf diesen Werten zu beharren, die für ein friedliches und konstruktives Zusammenleben unerlässlich sind.“

Der Frieden und die Päpste

Vorgestellt wurde das Buch „Pasqua di pace. Da Giovanni XXIII a Leone XIV verso il Giubileo del 2033“ (Friedens-Ostern: Von Johannes XXIII. bis Leo XIV. auf dem Weg zum Jubiläum 2033) des Autors Antonio Preziosi, Journalist und Leiter der Nachrichtensendung Tg2 bei der Rai. Die Präsentation fand im Palazzo Borromeo statt, dem Sitz der italienischen Botschaft beim Heiligen Stuhl. Anwesend war auch der italienische Außenminister Antonio Tajani.

(vatican news – gs)

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23. Juli 2026, 09:17