Suche

 Kardinal Gerhard Ludwig Müller im Interview mit Radio Vatikan (Archivbild) Kardinal Gerhard Ludwig Müller im Interview mit Radio Vatikan (Archivbild) 

Kardinal Müller verurteilt illegale Bischofsweihen der Piusbrüder

Kardinal Gerhard Ludwig Müller hat die von der Priesterbruderschaft St. Pius X. vollzogenen Bischofsweihen vom 1. Juli als schweren Angriff auf die Einheit der Kirche bezeichnet. Im Interview mit dem katholischen Fernsehsender K-TV vom Montagabend (6. Juli 2026) spricht der Kurienkardinal von einer „Wunde, die der Kirche geschlagen worden ist durch diese illegalen Bischofsweihen ohne die Erlaubnis, […] ohne die Gemeinschaft mit dem Heiligen Vater“.

Mit Blick auf die kirchliche Tragweite weist Müller die Deutung zurück, wonach es sich lediglich um einen innerkirchlichen Sonderkonflikt handle. „Niemand kann katholisch sein, der den Papst als Nachfolger Petri in seinem Amt ablehnt oder eingrenzt oder sich zum Lehramt über das Lehramt erheben will“, so der Kardinal. Das Verhalten der Verantwortlichen nennt er in diesem Zusammenhang „die Spitze des Unkatholischen“.

Auch die von der Piusbruderschaft vorgebrachte theologische Rechtfertigung der Weihen lässt Müller nicht gelten. Die apostolische Tradition werde „von den Bischöfen in Einheit mit dem Papst dargestellt“, betont er, daher gehe die Berufung auf ein angebliches höheres Traditionsverständnis „ins Leere“. Eine katholische Einheit gebe es „nicht am Papst vorbei“. 

„Niemand kann katholisch sein, der den Papst als Nachfolger Petri in seinem Amt ablehnt oder eingrenzt oder sich zum Lehramt über das Lehramt erheben will“

Hier im Audio

Insbesondere weist der Kardinal auch Argumente eines kirchlichen Notstands zurück. Die Behauptung, außergewöhnliche Zeiten erlaubten außergewöhnliche Mittel, sei „eine selbstgestrickte Logik“. Man könne nicht mit falschen Mitteln einen Missstand, den es in der Liturgie der Kirche auch gebe, beheben. 

Für mit der Bruderschaft verbundene Priester und Gläubige formuliert der Kardinal eine klare Konsequenz. Priester sollten sich „von dieser Gemeinschaft distanzieren“, sagt Müller, und sich legitimen Gemeinschaften in voller Einheit mit der katholischen Kirche anschließen, die ebenfalls die ältere Liturgie feiern. Gläubige wiederum sollten sich „fernhalten“ von einer Gemeinschaft, deren Leiter „in offenem Widerspruch zum Papst“ stehen.

Früherer Glaubenspräfekt

Kardinal Müller war von 2012 bis 2017 Leiter (Präfekt) der Glaubenskongregation. Er hatte bereits vor den Weihen im Juli dazu aufgerufen, davon abzulassenDer aktuelle Präfekt des Glaubensdikasteriums, Kardinal Víctor Manuel Fernández, hatte zudem die „Priesterbruderschaft St. Pius X.“ bereits im Frühjahr gemahnt, von den Weihen abzusehen - sie stellten „einen schismatischen Akt“ dar. Zuletzt hatte Papst Leo XIV.  im Juni gemahnt, die Bischofsweihen ohne päpstlichen Auftrag nicht durchzuführen

(pm ktv - sst) 

Danke, dass Sie diesen Artikel gelesen haben. Wenn Sie auf dem Laufenden bleiben wollen, können Sie hier unseren Newsletter bestellen..

08. Juli 2026, 08:50