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Papst Franziskus - Graffiti in Buones Aires Papst Franziskus - Graffiti in Buones Aires 

Argentinische Bischöfe gegen Vereinnahmung des Papstes

Die argentinischen Bischöfe wehren sich gegen Versuche, ihren Landsmann Papst Franziskus für politische Zwecke zu vereinnahmen. In einem offenen Brief kritisieren die katholischen Würdenträger, dass eine „Mehrheit von Medien sich auf unwichtigere Begebenheiten konzentriert hat, mit dem Ergebnis, den Papst mit bestimmten politischen oder sozialen Figuren in Verbindung zu bringen.“

Diese ständige Vereinnahmung des Papstes habe für „viel Verwirrung gesorgt und tadelnswerte Verzerrungen seiner Figur und seiner Worte gerechtfertigt, die bis hin zu Beleidigung und übler Nachrede gehen.“ Doch die überwältigende Mehrheit des argentinischen Volkes liebe den Papst und lasse sich nicht durch diejenigen aufs Glatteis führen, die den Papst für ihre eigenen Zwecke einspannen wollten oder vorgäben, in seinem Namen zu handeln.

An Feldern, auf denen der Papst für die Anliegen Dritter herhalten muss, nennen die Bischöfe namentlich den Kampf für Ackerland, Arbeit und Behausung. Diese Forderung der Volksbewegungen unterstützt die Kirche seit jeher, sie liegt auch dem Papst erklärtermaßen am Herzen. Niemand aber, so betont die Leitungsebene der argentinischen Bischofskonferenz, die das Schreiben verfasst hat, könne im Namen des Papstes sprechen, außer diejenigen, die er selbst dafür bestimme.

Das einfache Volk schätze die Gesten und klar verständlichen Worte Franziskus´, dessen Beitrag für das Land nicht in tendenziösen Vereinnahmungen durch andere liegen könne, sondern vielmehr aus seiner „reichhaltigen Lehre und seiner pastoralen Einstellung“ gezogen werden müsse. Der Papst sei ein Papst aller und ein Referenzpunkt für die überwältigende Mehrheit der Christen und Menschen guten Willens weltweit.

Franziskus besucht in wenigen Tagen Chile und Peru und damit zum wiederholten Mal Lateinamerika, wird aber Argentinien wieder nicht besuchen. Seit einiger Zeit ist daher in Argentinien eine auch emotional geführte Debatte über die Gründe für diese Entscheidung im Gang.

(vatican news - cs)

 

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12. Januar 2018, 15:02