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Eine Satellitenaufnahme zeigt Mitte Februar einen Tropensturm vor Madagaskar - auch ohne Zyklon verunglückte nun ein Boot mit Migranten vor der Küste Eine Satellitenaufnahme zeigt Mitte Februar einen Tropensturm vor Madagaskar - auch ohne Zyklon verunglückte nun ein Boot mit Migranten vor der Küste 

Madagaskar: Migrantenboot kentert - mindestens 22 Tote

Am Samstag war ein Boot mit 47 Menschen an Bord vor der Küste des ostafrikanischen Madagaskar gekentert; dabei kamen mindestens 22 Menschen ums Leben, wie „India Today" diesen Montag meldet.

Mutmaßlich waren sie Migranten, die zur französischen Insel Mayotte fahren wollten. Nach Schätzungen des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR ertrinken jährlich mehrere hundert Menschen zwischen den Inseln.

Das Boot am Samstag kenterte in den Gewässern vor Ankazomborona im Norden des afrikanischen Landes, wie die See- und Flusshafenbehörde mitteilte. Die Behörden erklärten weiter, dass 23 der an Bord befindlichen Personen gerettet und 22 Leichen geborgen werden konnten. Zwei Menschen werden noch vermisst.

Hintergrund

Viele Migranten versuchen jedes Jahr, das französische Gebiet Mayotte zu erreichen, das nördlich von Madagaskar im Indischen Ozean liegt. Im Jahr 2021 wurden nach Angaben der französischen Behörden mehr als 6.500 Menschen bei dem Versuch festgenommen, heimlich in das Gebiet einzureisen, berichtet das Portal „Alarabiya". Es gibt keine verlässlichen Statistiken darüber, wie viele Menschen bei solchen Überquerungsversuchen ihr Leben verloren haben. Ein Bericht des französischen Senats, der Anfang der 2000er Jahre veröffentlicht wurde, schätzte die Zahl der Todesopfer auf etwa 1.000 pro Jahr.

Auf Madagaskar ist Armut weit verbreitet. Mayotte und Madagaskar trennen 200 Kilometer. Geografisch gehört Mayotte zu den benachbarten Komoren-Inseln; politisch ist es jedoch seit 2014 Frankreichs 101. Departement (Verwaltungsbezirk). Die Inselbewohner genießen dieselben Rechte wie andere EU-Bürger. Das hat historische Gründe: Bis 1975 bildeten die Inseln gemeinsam ein französisches Überseedepartement. Während die drei Hauptinseln der Komoren in einem Referendum gegen die Kolonialmacht Frankreich stimmten, sprachen sich Mayottes Bewohner für den Verbleib bei Paris aus.

(india today/alarabiya/kna-sst)

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13. März 2023, 11:49