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Frauen aus sozialen Organisationen demonstrieren vor der Präsidentenresidenz in Olivos, Provinz Buenos Aires, gegen das Megadekret und die Wirtschaftsmaßnahmen der Regierung von Präsident Javier Milei. Frauen aus sozialen Organisationen demonstrieren vor der Präsidentenresidenz in Olivos, Provinz Buenos Aires, gegen das Megadekret und die Wirtschaftsmaßnahmen der Regierung von Präsident Javier Milei.  (AFP or licensors)

Argentinien: Gewerkschaften protestieren gegen Sparmaßnahmen

In Argentinien haben Gewerkschaften zu einem Generalstreik aufgerufen, um gegen die Spar- und Privatisierungsmaßnahmen der neuen Regierung zu protestieren. Eine Gruppe von Priestern hat ebenfalls eine klare Position bezogen.

Seit dem 10. Dezember ist Argentiniens neuer Präsident im Amt. Zum Zeitpunkt seines Amtsantritts lebten fast zwei Drittel der Kinder und Jugendlichen (62 Prozent) unter der Armutsgrenze. Milei gibt der fehlgeleiteten „sozialistischen Verarmungspolitik" der Peronisten der vergangenen Jahrzehnte die Schuld an der katastrophalen Lage mit fast 200 Prozent Inflation. Nun plant er, mit Sparmaßnahmen, Entbürokratisierung, Deregulierung der Wirtschaft und Abwertung des Pesos gegen die Krise vorzugehen. Dies führt jedoch vorerst zu höheren Preisen für Sprit und Lebensmittel. In Reaktion darauf fordern Gewerkschaften und Sozialorganisationen einen Stopp oder zumindest eine Abfederung der harten Maßnahmen, die noch vom Kongress gebilligt werden müssen. Ein am Mittwoch beginnender Generalstreik soll verschiedene Bereiche des Arbeitslebens erfassen.

Kinder nicht vergessen

Auch einige Priestervereinigungen haben sich zusammengeschlossen und ihre Besorgnis in einem offenen Brief öffentlich gemacht, darunter die „Curas Villeros". Sie beklagen übermäßige Preisanstiege, die Furcht vor Arbeitslosigkeit, Drogenkonsum unter Kindern. Die Auswirkungen der hohen Preise sei in den Armenvierteln bereits zu sehen. Insbesondere im Nahrungsmittelnotstand, den steigenden Medikamentenpreisen und den prekären Mieten. Sie betonen, dass Löhne und Einkommen nicht angehoben werden, und fordern in dieser Zeit eine bessere Lebensmittel- und Wohnungspolitik, besonders in Vierteln, in denen die Mehrheit der Bevölkerung aus Kindern besteht.

Sich in die Armen hineinversetzen

Abschließend fordern die Armenpriester Gerechtigkeit und Frieden und betonen die Notwendigkeit eines Dialogs. Sie kritisieren Führungskräfte in verschiedenen Bereichen. Ihrer Ansicht nach sind diese weit entfernt von der Realität und den Herausforderungen, denen Menschen in Armut gegenüberstehen.

(kna – sb)

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24. Januar 2024, 10:36