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Belgien: Religionsvertreter werben für humanere Gefängnisse

Nach einer Unterredung mit dem belgischen Justizminister haben Religionsvertreter des Landes auf die Überbelegung von Haftanstalten hingewiesen und für Verbesserungen im Strafvollzug geworben.

„Die Überbelegung der belgischen Gefängnisse ist nicht nur ein technisches und finanzielles Problem, sondern spiegelt wider, wie wir als Gesellschaft mit Verletzlichkeit, Versagen und Verantwortung umgehen“, gaben sie in einer Erklärung zu bedenken, aus der Sir zitiert. Zuvor hatten die Vertreter der katholischen, evangelischen und anglikanischen Kirchen sowie der jüdischen und muslimischen Gemeinschaft den belgischen Justizminister gesprochen, mit dem sie über die Lage in Gefängnissen diskutierten.

„Wir sind überzeugt, dass dauerhafte Lösungen nur möglich sind, wenn wir einen humanen Ansatz wählen: Jeder Mensch besitzt eine Würde, die niemals verloren gehen darf, selbst wenn schwere Fehler begangen wurden“, hieß es in der Erklärung laut Sir weiter. Sie warben für eine bessere Wiedereingliederung ehemaliger Häftlinge in die Gesellschaft. „Eine Gesellschaft, die in neue Chancen investiert, investiert nicht nur in diejenigen, die gescheitert sind, sondern auch in eine sicherere Zukunft. Es geht nicht darum, Fehler zu entschuldigen, sondern darum, eine gerechte Gesellschaft aufzubauen, die schützt, heilt und den Mut hat, in die Zukunft zu blicken.“

Wichtige Rolle der Gefängnisseelsorger

Gewürdigt wird in der Erklärung zudem die Arbeit von Gefängnisseelsorgern, die Trost spenden, begleiten, zur Reflektion anregen und Hoffnung kultivieren.

Neben Erzbischof Luc Terlinden, dem Präsidenten der Belgischen Bischofskonferenz, unterzeichneten die Erklärung Pfarrerin Isabelle Detavernier, die Präsidentin der Vereinigten Protestantischen Kirche Belgiens; Hassan El Bouchttaoui, der Präsident des Muslimischen Rates von Belgien; Philippe Markiewicz, der Präsident des Zentralen Konsistoriums der Belgischen Juden; der Kanoniker Jack McDonald, der Präsident und Kaplan der Anglikanischen Kirche in Belgien ist; Metropolit Athenagoras Peckstadt der Orthodoxen Kirche in Belgien; und David Vandeput, der Präsident der Bundessynode der Protestantisch-Evangelischen Kirchen in Belgien.

(sir – pr)
 

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23. Februar 2026, 14:10