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Marmorbüste von Papst Urban VIII., dem großen Förderer Berninis Marmorbüste von Papst Urban VIII., dem großen Förderer Berninis 

Bernini-Ausstellung in Rom: Die Päpste und die Kunst

Nach dem Publikumserfolg der Caravaggio-Schau 2025 richtet die „Galleria Nazionale Barberini Corsini“ im Herzen Roms den Blick erneut auf eine allseits präsente Schlüsselfigur der römischen Kunst. Bis 14. Juni 2026 widmet sich die Ausstellung „Bernini und die Barberini“ der erfolgreichen und folgenreichen Beziehung zwischen Gian Lorenzo Bernini und seinem Mäzen, Papst Urban VIII., geboren als Maffeo Barberini, Inbegriff kirchlicher und weltlicher Macht, Einfluss und Reichtum im damaligen Rom.

Herta Gurtner - Linz

Die Schau fokussiert auf die Anfangszeit Berninis mit Skulpturen, die er gemeinsam mit seinem Vater geschaffen hat, etwa die Figur „Putto con drago“. Den Höhepunkt der Ausstellung bilden jedoch die neun Büsten aus verschiedenen Materialien, die Papst Urban VIII. darstellen. Erstmals gemeinsam ausgestellt, zeigen sie die künstlerische Umsetzung von Macht.

Neben den Skulpturen werden, lange dem Publikum unbekannt, auch bildnerische Arbeiten Berninis gezeigt. Hier sei besonders auf das informellere Porträt von Urban VIII. am Ende der Ausstellungsräume hingewiesen. Es vermittelt die wohl auch freundschaftliche Beziehung zwischen den beiden.

„Putto con drago“: Ein Gemeinschaftswerk von Gian Lorenzo Bernini und seinem Vater Pietro
„Putto con drago“: Ein Gemeinschaftswerk von Gian Lorenzo Bernini und seinem Vater Pietro

Bienen, Bienen, Bienen...

Um weitere Werke Berninis zu sehen, muss man nicht weit gehen. Der Bienenbrunnen an der Piazza Barberini zeigt ebenfalls die Verbindung zur Familie Barberini. Zahllose Exemplare des Wappentieres der Barberini finden sich auch auf den Säulen des Baldachins über dem Altar im Petersdom. Im Herbst feiern Rom und der Vatikan den 400. Jahrestag der Weihe des Petersdoms.

Rom: Spaziergang auf den Spuren der Kunst

Wer das Gesamtwerk Berninis genauer kennenlernen möchte, dem sei ein Spaziergang durch die Stadt Rom empfohlen, vom 4-Flüsse-Brunnen auf der Piazza Navona zum Elefanten vor der Kirche "S. Maria sopra Minerva", der am Faschingsdienstag ein Stück seines Stoßzahnes verloren hat, bis zur Galleria Borghese. Hier beginnt das Staunen, wenn man die runzelige Fußsohle und den zahnlosen Mund des Anchises betrachtet, der von seinem Sohn Aeneas aus dem brennenden Troja nach Rom getragen wird.

Unglaublich lebensecht auch die Büste von Scipione Borghese, einem Kardinalnepoten Papst Paul V., der allerdings einen äußerst schlechten Ruf hatte. Sein aufgeschwemmtes Gesicht, der dümmliche Blick und der schlampig geknöpfte Umhang vermitteln diesen Eindruck eindrücklich.

Bernini-Ausstellungen

Tickets für den Palazzo Barberini ermöglichen ermäßigten Eintritt für die Ausstellungsräume der Kirche "Santa Maria Maggiore" und für die spektakuläre Dachterrasse der Kirche. Rechts vom Altarbereich findet sich auch die schlichte Grabplatte Berninis.

Ab 6. März bis 5. Juli 2026 zeigt das Kunsthistorische Museum Wien unter dem Titel „Von Wien nach Rom. Meisterwerke aus der Sammlung der Habsburger“ Werke des Kunsthistorischen Museums Wien im Palazzo Cipolla in Rom an der Via del Corso.

Ab Dezember 2026 gibt es Bernini auch in Wien zu sehen. Die Ausstellung „Bernini. Malerei und Marmor“ zeigt eine malerische Neuentdeckung aus dem Bestand des Kunsthistorischen Museums, die rund zehn hochkarätigen internationalen Leihgaben gegenübergestellt wird, und lädt dazu ein, den Bildhauer Bernini von einer anderen Seite kennenzulernen.

(vaticannews)
 

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20. Februar 2026, 13:08