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Ghana: Bischöfe fordern Rettung der Kakao-Branche

Die katholischen Bischöfe in Ghana haben angesichts der wachsenden Krise im Kakao¬sektor zu raschem Handeln aufgerufen und die Rettung der Branche als „moralische Pflicht“ bezeichnet. Sie kritisieren vor allem verspätete Zahlungen an Bauern und warnen vor gravierenden sozialen Folgen.

Ghana ist nach der Elfenbeinküste der weltweit zweitgrößte Kakaoproduzent und lieferte in Spitzenzeiten bis zu 20 Prozent der globalen Ernte. Die Branche gilt als zentrale Säule der ghanaischen Wirtschaft. Gleichzeitig leben viele Kakaobauern in extremer Armut, weil ein Großteil der Wertschöpfung erst durch Verarbeitung in Europa und Nordamerika entsteht. Ihre Not verschärfte sich zuletzt: Weil die Diskrepanz zwischen dem Weltmarktpreis und dem staatlich garantierten Abnahmepreis in Ghana hoch ist, lagern große Mengen unverkaufter Kakao derzeit in Häfen.

Schwere soziale Folgen für die Kakao-Bauern

In einer am 20. Februar veröffentlichten Erklärung äußerten die Mitglieder der Ghanaischen Bischofskonferenz große Sorge über die Lage der Landwirte und der ländlichen Gemeinden. Seit Monaten warteten viele Bauern auf die Bezahlung bereits gelieferter Ernten. Das habe unbezahlte Arbeit, Schulabbrüche, steigende Schulden und eine größere Anfälligkeit für illegale Bergbauaktivitäten zur Folge, schreiben die Bischöfe.

Auch die jüngste Senkung der Erzeugerpreise habe das Vertrauen erschüttert und die Not verschärft. Die Rettung der Kakaoindustrie sei „nicht nur eine wirtschaftliche Aufgabe“, sondern eine Frage der Gerechtigkeit gegenüber den Bauern, heißt es in der Stellungnahme.

Die Bischöfe betonen, dass die Produzenten nicht allein die Last „systemischer und historischer Fehlentwicklungen“ tragen dürften. In Jahren mit hohen Gewinnen seien die Preise für Bauern nicht ausreichend gestiegen; deshalb müssten angesparte Überschüsse nun eingesetzt werden, um die Landwirte zu unterstützen.

Ghana habe zuletzt an Gewicht im weltweiten Kakaomarkt verloren, warnen die Kirchenvertreter. Sinkende Produktionsmengen, strukturelle Probleme entlang der Lieferkette sowie Klimastress und Landzerstörung durch illegalen Bergbau setzten die Branche zusätzlich unter Druck.

Zu den vorgeschlagenen Maßnahmen gehören die sofortige Auszahlung ausstehender Gelder, eine transparente finanzielle Neuordnung des staatlichen Kakao-Aufsichtsrates, stabile Erzeugerpreise und mehr Investitionen in Produktivität, Forschung und lokale Verarbeitung.

(aciafrica – gs)

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21. Februar 2026, 14:24