Indien: Indigene kämpfen um Lebensraum
Hintergrund ist laut Ucanews die drohende Erweiterung von Bergbauaktivitäten, von der mehrere Dörfer und weite Flächen Land betroffen sind. Die Ausweitung führe zum Verlust von Lebensgrundlagen und zur Vertreibung armer Stammesgemeinschaften, die weitgehend von traditioneller Landwirtschaft abhängig sind.
Ohne Zustimmung des Dorfrates
Stammesgruppen, die in einem Forum von Dorfräten (Gram Sabha) in Rajgangpur zusammengefasst sind, kritisieren, dass der Prozess des Landerwerbs durch Unternehmen ohne die Zustimmung der Indigenen-Vertreter durchgeführt werde, obwohl dies in ausgewiesenen Stammesgebieten vorgeschrieben sei. Hunderte indigene Familien seien davon betroffen.
Pater Nicholas Barla, ehemaliger Sekretär der indischen katholischen Bischofskommission für Stammesangelegenheiten, sagte, die Forderungen der Stammesgemeinschaft seien rechtlich begründet. „Das Gebiet fällt unter den fünften Anhang [der indischen Verfassung], wonach Stammesgebiete verfassungsrechtlichen Schutz genießen und von Dorfräten unter der Leitung von Stammesführern verwaltet werden. Jedes Projekt externer Unternehmen muss von dem Dorfrat, dem Gram Sabha, genehmigt werden“, erklärte der Priester gegenüber Ucanews.
Protest und Hilfegesuch
Aus Protest gegen die industrielle Landnutzung blockierten Indigene im Januar eine Autobahn und brachten damit die Arbeiten auf einer der Baustellen vorübergehend zum Erliegen, berichtet Ucanews. Sie hätten sich zudem an die indische Präsidentin Droupadi Murmu mit der Bitte um Schutz ihres angestammten Landes vor industrieller Aneignung gewandt. Die Familie von Droupadi Murmu, die die erste Präsidentin Indiens mit Stammes-Hintergrund ist, kommt selbst aus Odisha und gehört zum Stamm der Santal.
Hilfe sei allerdings noch nicht eingetroffen: „Wir sind traurig, dass unsere Notlage auch nach der Kontaktaufnahme mit der Präsidentin kein Gehör gefunden hat“, zitiert Ucanews den Christen Bibol Toppo, der Vorsitzender des Dorfrat-Forums in Rajgangpur im Bezirk Sundargarh ist. Er kündigte an, dass die Stammesangehörigen ihre Proteste fortsetzen wollten.
Indigene Gemeinschaften machen im Bundesstaat Odisha fast ein Viertel der 46 Millionen Einwohner aus.
(ucanews – pr)
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