Damasco, il lento ritorno alla vita quotidiana Damasco, il lento ritorno alla vita quotidiana  (ANSA)

Syrien: 80 Prozent der Christen haben Land verlassen, sagt Kardinal Zenari

Die anhaltende Abwanderung der Christen aus Syrien hinterlässt eine "schwere Wunde" in der Gesellschaft des Landes. Darauf hat Kardinal Mario Zenari hingewiesen. Der italienische Vatikandiplomat (80) beendete dieser Tage nach 17 Jahren seinen Dienst als Papstgesandter in Damaskus.

80 Prozent der vor dem Bürgerkrieg in Syrien lebenden 1,5 Millionen Christen hätten in den vergangenen eineinhalb Jahrzehnten das Land verlassen, sagte Zenari in einem Interview der katholischen Nachrichtenagentur SIR (Freitag). „Leider bereiten sich weitere auf ihre Ausreise vor", so der Kardinal. Dies sei umso schmerzlicher, als die Christen als „Brücke" zwischen den verschiedenen Gruppen in der syrischen Gesellschaft dienen könnten.

Syrien sei nach wie vor ein verwüstetes Land, das um nationale Einheit ringe. „Die wichtigsten Gruppen - Sunniten, Kurden, Alawiten, Drusen, Christen - müssen wieder zu einem Zusammenhalt finden. Hier gibt es noch viele Unbekannte", sagte Zenari. Gleichzeitig mache die politische und teilweise auch wirtschaftliche Unterstützung durch die internationale Gemeinschaft Hoffnung. Nach dem Sturz des Assad-Regimes ist in Damaskus eine islamistische Übergangsregierung an der Macht. „Der neue Kurs wird auch deshalb unterstützt, weil die Alternative Chaos wäre", erklärte Zenari.

Kardinal Mario Zenari vor einem Bild von Papst Franziskus
Kardinal Mario Zenari vor einem Bild von Papst Franziskus

Weiter Botschafter „für" Syrien sein

Er trage aus den Jahren in Damaskus die Namen und Gesichter vieler Menschen im Herzen, schilderte Zenari im SIR-Gespräch. „Die Gesichter leidender Kinder, deren Gliedmaßen durch Granatsplitter amputiert wurden; die Namen der Verschwundenen wie die beiden orthodoxen Metropoliten von Aleppo, Yohanna Ibrahim und Boulos Yazigi, unseres lieben Pater Paolo Dall'Oglio und anderer Priester; und viele Menschen, mit deren Familien ich noch immer in Kontakt stehe."

Er habe bisher als Botschafter „in" Syrien agiert, wolle aber auch künftig ein Botschafter „für" Syrien sein, erklärte der Kardinal. „Ich werde mich weiterhin für Syrien einsetzen: Entwicklung, Frieden, Einheit." Am meisten liege ihm Syrien als Mosaik des friedlichen Zusammenlebens am Herzen, als Ort des Respekts und der Toleranz gegenüber ethnischen und religiösen Gruppen, so Zenari: „Der Krieg hat dieses Mosaik zerbrochen. Ich wünsche mir, dass Syrien wieder zu diesem Mosaik zurückfindet."

(vatican news – gs)

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21. Februar 2026, 13:47