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Pater Ielpo in Syrien Pater Ielpo in Syrien 

Syrien: Heilig Land-Kustos besucht christliche Enklaven in Idlib

Zum ersten Mal seit 14 Jahren hat mit Pater Francesco Ielpo wieder ein Kustos des Heiligen Landes die christlichen Dörfer in der nordwest-syrischen Provinz Idlib besucht. In einer Region, die lange Zeit fast vollständig von der Außenwelt isoliert und von dschihadistischer Gewalt geprägt war, traf Ielpo auf eine Gemeinschaft, die sich weigert aufzugeben.

Federico Piana und Mario Galgano - Vatikanstadt

Vom 9. bis 13. Februar reiste Pater Ielpo durch die Provinz, um die dort verbliebenen Franziskanerbrüder zu besuchen und die Lage der christlichen Familien zu sondieren. Knayeh, Yacoubiyeh und Ghasanieh – Namen von Dörfern, die jahrelang nur in Verlustmeldungen auftauchten – erlebten durch diesen Besuch eine „echte Wiedergeburt“, wie Ielpo gegenüber den vatikanischen Medien betonte.

Zum Nachhören - was der Kustos sagt

Das Drama der Trennung und die Freude der Rückkehr

Besonders bewegend waren für den Kustos die Begegnungen in den Wohnzimmern der Menschen. „Mit einigen Familien konnte ich einen Kaffee trinken“, berichtet er. Das größte Trauma der vergangenen Jahre sei die erzwungene Trennung gewesen: Als dschihadistische Gruppen die Kontrolle übernahmen, flohen fast alle jungen Menschen. „Die Alten, die zurückblieben, gestanden mir: Wir waren überzeugt, sterben zu müssen, ohne unsere Kinder je wiederzusehen.“ Dass nun erste Familien zurückkehren, nachdem sie ihre Häuser und Ländereien zurückerhalten haben, erfülle die Menschen mit „unbeschreiblicher Freude“.

Pater Ielpo in Syrien
Pater Ielpo in Syrien

Kirchen voller Leben: Jugend und Pfadfinder

Trotz der prekären wirtschaftlichen Lage und der instabilen Sicherheit bemerkt Pater Ielpo einen Wandel im Straßenbild. Geschäfte öffnen wieder, Menschen beleben die Gassen. Doch das deutlichste Zeichen der Hoffnung findet sich in den Kirchen: „Sie füllen sich vor allem mit jungen Menschen, mit Pfadfindern. Es gibt Kinder im Katechismus, die den Wunsch haben, neu durchzustarten“, so der Kustos. Inmitten einer Krise, in der die Preise für Grundnahrungsmittel explodieren, gebe es das Gefühl einer beginnenden Renaissance.

Ein Zeichen der Dankbarkeit

Bereits am ersten Tag der Reise setzte Ielpo ein starkes symbolisches Zeichen: Er umarmte jeden seiner Mitbrüder vor Ort – eine Geste, die die Jahre der schmerzhaften Isolation auslöschen sollte. „Im Namen der gesamten Kustodie des Heiligen Landes wollte ich der christlichen Bevölkerung ein Zeichen der Dankbarkeit geben – dafür, dass sie den Glauben in all diesen schwierigen Jahren bewahrt haben.“

Dass nun wieder Kinderstimmen in den Gassen von Yacoubiyeh zu hören sind, ist für den Franziskaner eine kraftvolle Friedensbotschaft. In den Augen der Menschen habe er eine Solidarität gesehen, die „das Wenige, das sie besitzen, mit Liebe teilt“.

(vatican news)

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17. Februar 2026, 12:48