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Haitianische Flüchtlinge in den USA Haitianische Flüchtlinge in den USA  (EDGARD GARRIDO)

Puerto Rico: Bischöfe fordern Schutz für Haitianer

Angesichts der dramatischen Verschärfung der Krise in Haiti hat sich die Bischofskonferenz von Puerto Rico einem dringenden Appell ihrer US-amerikanischen Amtskollegen angeschlossen. Die Bischöfe fordern die US-Regierung auf, die Entscheidung zur Aufhebung des temporären Schutzstatus (TPS) für haitianische Staatsbürger rückgängig zu machen.

Es geht um die Entscheidung der US-Heimatschutzministerin Kristi Noem, den sogenannten „Temporary Protected Status“ (TPS) für Haiti mit Wirkung seit Montag, 3. Februar, zu beenden. Die US-Bischofskonferenz hatte die Bundesregierung bereits zuvor gewarnt, dass es „keine realistische Aussicht auf eine sichere und geordnete Rückkehr nach Haiti“ gebe.

300.000 Menschen vor der Ungewissheit

Durch die Aufhebung des Schutzstatus verlieren mehr als 300.000 Haitianer in den Vereinigten Staaten und Puerto Rico ihre legale Aufenthalts- und Arbeitsgenehmigung. Bischof Brendan J. Cahill (Vorsitzender des Migrationsausschusses der US-Bischofskonferenz) und Bischof A. Elias Zaidan (Vorsitzender des Ausschusses für internationalen Frieden und Gerechtigkeit) betonen, dass die humanitäre Lage in Haiti eine Rückkehr dorthin unmöglich mache.

Die puerto-ricanischen Bischöfe unterstützen diese Sichtweise ausdrücklich. In ihrer Erklärung verweisen sie auf die „traurige politische, humanitäre und gesundheitliche Situation“ im Nachbarland. Haiti wird seit Jahren von massiver Gewalt, Hunger und dem völligen Zusammenbruch der öffentlichen Ordnung geplagt. Über 1,4 Millionen Menschen befinden sich innerhalb des Landes auf der Flucht.

Aufruf an die Politik in Puerto Rico

Die Bischöfe von San Juan richten ihren Appell nicht nur nach Washington, sondern auch an ihre eigene Regierung in Puerto Rico: „Wir bitten die Exekutive und Legislative in Puerto Rico sowie gewählte Amtsträger und Organisationen in der Diaspora, sich dieser Petition anzuschließen.“

Aufgrund der geografischen Nähe zu Haiti fühlen sich die Menschen in Puerto Rico dem Schicksal ihrer Nachbarn besonders verbunden. „Wir haben sie in unser Land kommen sehen, wie sie ehrlich nach Arbeit suchen, ihre bürgerlichen Pflichten erfüllen und zu unserer Wirtschaft beitragen“, erklären die Bischöfe. Die Haitianer seien integraler Bestandteil der kirchlichen Gemeinschaften vor Ort.

Eine Forderung im Einklang mit dem Evangelium

Die Verlängerung des Schutzstatus sei kein politisches Privileg, sondern eine Notwendigkeit, die mit den Werten des Evangeliums übereinstimme. Die Kirche sieht sich in der Pflicht, die Würde dieser „Söhne und Töchter Gottes“ zu schützen, die vor Hunger, Gewalt und Lebensgefahr geflohen sind.

Solange keine politischen Abkommen für Neuwahlen oder eine Stabilisierung in Haiti in Sicht sind, bleibe die Abschiebung von hunderttausenden Menschen in ein Krisengebiet laut den Bischöfen moralisch unverantwortlich.

(vatican news - mg)

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05. Februar 2026, 09:56