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Als Leos Vorgänger Papst Franziskus in Budapest war (Archivbild von 2023) Als Leos Vorgänger Papst Franziskus in Budapest war (Archivbild von 2023)  

Ungarn: Kirche bietet Hilfe für Priester in Lebenskrisen

Um psychischen und seelischen Belastungen von Priestern entgegenzuwirken, bieten die ungarischen Diözesen und die Bischofskonferenz verschiedene Unterstützungsformen an, wie Kathpress berichtet.

Als sich Ende Januar in Ungarn ein katholischer Priester das Leben nahm, rückte in Ungarn die besondere Gefährdung von Menschen in helfenden Berufen, darunter auch Seelsorgern, stärker in die Öffentlichkeit. Die katholische Kirche verwies in diesem Kontext auf Präventionsinitiativen und verschiedene Formen der Unterstützung. Kathpress-Korrespondentin Eva Trauttwein hat Informationen zusammengetragen.

Starke Belastung, hoher gesellschaftlicher Druck

In der Diözese Vac steht Priestern demnach ein Mentalhygiene-Fachmann, der griechisch-katholische Priester Andras Toth, als Spiritual zur Seite, der die Priester regelmäßig besucht und Priester- und Diakonatsgruppen leitet. In der Diözese wurde zudem eine Supervisionsgruppe für Priester eingerichtet. Darüber hinaus steht ein sogenannter Rekreationsfonds zur Verfügung, der für Fortbildungen, Urlaub, Sportgeräte oder die Inanspruchnahme professioneller Hilfe genutzt werden kann. Ebenso bestehen spezielle Priester-Dialog-Gruppen. Priester seien stark belastet und zugleich einem hohen gesellschaftlichen Druck ausgesetzt, so Toth. Zudem fehle vielfach jenes familiäre Umfeld, das früher vorhanden gewesen sei.

Landesweit zugänglich ist das von mehreren Ordensgemeinschaften getragene Kairos-Erneuerungsprogramm für Priester und Ordensleute im Exerzitienhaus Manreza der Jesuiten im Pilisgebirge. Ziel des Programms ist es, Priestern und männlichen Ordensleuten Raum und Zeit zum Innehalten und zur Erholung zu geben, um ihre Lebens- und Glaubenswege zu reflektieren und sich in ihrer Berufung zu stärken.

In vielen Diözesen sind zudem Priesterkreise verbreitet, die dem Austausch und der gemeinsamen Reflexion über die Ausübung des priesterlichen Dienstes dienen. Zunehmend absolvieren Priester und Ordensleute auch seelsorgliche oder mentalhygienische Ausbildungen, was nicht nur ihre pastorale Arbeit vertieft, sondern auch ihre eigene Lebensqualität verbessert. In der Ortschaft Leanyvar in der Diözöse Esztergom-Budapest bietet das 2004 von der Ungarischen Bischofskonferenz gegründete „Haus zur Bewahrung der Berufung“ vor allem Priestern mit Suchterkrankungen Unterstützung an.

Untersuchung unter protestantischen Geistlichen

Eine gefährdete seelische Gesundheit bei Seelsorgern ist freilich kein rein katholisches Phänomen. Laut einer Erhebung aus dem Jahr 2022 zur seelischen und körperlichen Gesundheit von Geistlichen in den protestantischen Kirchen ist es um die körperlichen und psychischen Gesundheitsindikatoren der Pfarrer deutlich schlechter bestellt als jene der durchschnittlichen Akademikerbevölkerung.

Die Gottesbeziehung, aber auch menschliche Beziehungen sind von zentraler Bedeutung, um gegenzusteuern, so Fachleute und Spirituelle Begleiter. Die Zugehörigkeit zu Gemeinschaften, die Verbindung untereinander und zur offenen, größeren Kirche stellten wesentliche Ressourcen dar.


(kap - pr)

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06. Februar 2026, 15:40