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Ein Kämpfer in der Sahel-Zone Ein Kämpfer in der Sahel-Zone  (AFP or licensors)

UNICEF beklagt tödlichen Jahresauftakt in der MENA-Region

Nur wenige Wochen nach Beginn des neuen Jahres hat UNICEF eine erschütternde Bilanz zur Lage der Kinder im Nahen Osten und in Nordafrika (MENA) gezogen. Laut einer Erklärung des Regionaldirektors Edouard Beigbeder vom Samstag hinterlassen Gewalt und Konflikte „irreparable Schäden“ im Leben der Jüngsten.

„Wir sind erst wenige Wochen im neuen Jahr, und bereits jetzt ist die Bilanz der Gewalt und der Konflikte für Kinder in der Region verheerend“, erklärte Beigbeder am 7. Februar 2026. Kinder würden getötet, verletzt, vertrieben, verhaftet und des Zugangs zu Bildung sowie lebensnotwendigen Dienstleistungen beraubt.

Brennpunkte der Krise: Syrien und Sudan

In Syrien haben erneute Kämpfe im Nordosten fast 200.000 Menschen in die Flucht getrieben, die Hälfte davon Kinder. In Ain Al Arab (Kobani) starben laut Berichten mindestens fünf Kinder aufgrund fehlender medizinischer Versorgung und mangelnder Wintervorräte.

Besonders dramatisch ist die Lage im Sudan. Allein im Januar 2026 wurden mindestens 20 Kinder getötet. In Al-Fashir (Nord-Darfur) und Kadugli (Kordofan) wurde offiziell eine Hungersnot bestätigt. Beigbeder warnte, dass fast 20 weitere Gebiete bedroht seien, da der anhaltende Konflikt die Bereitstellung lebensnotwendiger Hilfsgüter massiv einschränkt.

Eskalation in Iran und Gaza

Besorgniserregende Nachrichten erreichen UNICEF aus dem Iran. Dort sollen Berichten zufolge mehr als 144 Kinder getötet worden sein, viele weitere sind verletzt oder befinden sich in Haft. UNICEF übt nach eigenen Angaben „starken Druck auf die iranischen Behörden aus“, um Verhaftungen von Minderjährigen zu stoppen und den Schutz von Jugendlichen zu priorisieren.

Im Gazastreifen bleibt die Situation trotz einer „fragilen Waffenruhe“ tödlich. Seit Jahresbeginn wurden 37 Kinder getötet. Die Infrastruktur für Wasser, Gesundheit und Bildung ist weitgehend kollabiert. „Die Waffenruhe muss halten und das Versprechen einlösen, das Leiden der Kinder in Gaza zu beenden“, forderte Beigbeder.

Gewalt im Westjordanland und chronische Krisen

Auch im Westjordanland einschließlich Ost-Jerusalem nimmt die Gewalt zu. Im Januar wurden dort zwei Kinder getötet und 25 verletzt. Familien lebten in einem Zustand „ständiger Angst und Ungewissheit“.

Gleichzeitig verschärfen sich die Krisen in Ländern mit Langzeitkonflikten. Im Jemen kämpfen Kinder weiterhin gegen Unterernährung und wirtschaftliche Instabilität. Im Libanon leiden Familien unter den Folgen des jüngsten Krieges und der Angst vor neuen Angriffen.

Appell an die Weltgemeinschaft

UNICEF betont, dass die Tötung und Verstümmelung von Kindern schwere Verstöße gegen das Völkerrecht darstellen. Beigbeder appellierte an alle Regierungen und Konfliktparteien, ihren Verpflichtungen nachzukommen: „Was alle Kinder am dringendsten benötigen, ist Frieden.“

(vatican news - mg)

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07. Februar 2026, 13:41