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Ordensfrauen in Tansania Ordensfrauen in Tansania 

3 Ordensfrauen, 3 Geschichten

Der „Welttag des geweihten Lebens“ wird an diesem Montag begangen – zum 30. Mal übrigens schon. Was sich etwas abstrakt anhört, geht auch konkret: Wir sprechen mit drei afrikanischen Ordensfrauen.

Erstens: Schwester Angelina Aka, Kongregation der Schwestern Unserer Lieben Frau vom Frieden, Elfenbeinküste. Sie ging in eine Ordensschule und war fasziniert vom weißen Kleid der Direktorin. „Es gab etwas Besonderes an all diesen Ordensschwestern, das mich anzog: ihr Gemeinschaftsleben, ihre Freude daran, sich um andere zu kümmern. Die Aufmerksamkeit, die sie den Armen und Kranken schenkten. Ich sagte mir innerlich: Ich möchte wie diese Frauen sein.“

Hier zum Hören:

Heute ist sie achtzig Jahre alt – und hat 62 Jahre im Orden verbracht. „Ich habe wirklich das Gefühl, dass ich ein Geheimnis erlebe. Was habe ich getan, um diese Gnade Gottes zu verdienen? Wenn ich noch einmal von vorne anfangen könnte, würde ich mich wieder für das geweihte Leben entscheiden. Der Herr hat mich wirklich verführt, und ich habe mich verführen lassen. Ich bereue es nicht, mich ihm hingegeben zu haben.“ Langweilig und ruhig sei das Ordensleben allerdings nicht – aber man könne immer auf die Treue Gottes zählen. „Wenn Gott dich ruft, schenkt er dir seine Gnade. Für jeden Ordensangehörigen ist das eine Gewissheit: dass der Herr uns in den größten Schwierigkeiten, die uns auf unserem Weg im Ordensleben begegnen können, beisteht.“

Angelina Aka
Angelina Aka

„Ich habe wirklich das Gefühl, dass ich ein Geheimnis erlebe“


Zweitens: Schwester Esther Thera, Generaloberin des Instituts der Töchter des Unbefleckten Herzens Mariens, Mali. Sie ist 58 Jahre alt, davon 35 Jahre im Orden. Ihre Spiritualität kreist um die Gegenwart Christi. „Ohne ihn wäre ich heute nicht hier. Ich erlebe weiterhin die Liebe, Güte und barmherzige Sanftmut des Herrn.“ Auch Esther ist schon als Kind mit Ordensfrauen in Bamako in Kontakt gekommen, auch sie spricht von Freuden, aber auch Schwierigkeiten des geweihten Lebens. Aber ihr Resümee lautet: „Ich weiß aus tiefstem Herzen, dass mein Leben von einer Geschichte der Liebe und Treue des Herrn geprägt ist.“

Esther Thera
Esther Thera

Drittens: Schwester Caroline Marie N’Bengue, Leiterin der Kongregation der Töchter des Heiligen Herzens Mariens im Senegal. 58 Jahre alt, seit 34 Jahren im Orden, malische Staatsbürgerin. Ihre Berufung entstand aus der Bewunderung für die Ordensschwestern, die sich mit Mitgefühl und Einfachheit für die Menschen in ihrem Dorf einsetzten, ohne Unterschied der Religion. Das Problem: Ihr Wunsch nach einem geweihten Leben stieß auf starken Widerstand ihrer Familie.

„Eines Tages sagte mir meine Mutter, dass sie froh sei, dass Gott die Oberhand gewonnen hat“


„Ich bin die einzige Tochter. Und als solche musste ich nach Ansicht meiner Eltern die Familienlinie fortführen. Die Ankündigung meines Wunsches, Ordensschwester zu werden, führte darum in meiner Familie zu einer Zerreißprobe. Aber letztlich haben alle akzeptiert, dass der Heilige Geist getan hat, was er tun musste. Eines Tages sagte mir dann meine Mutter, dass sie froh sei, dass Gott die Oberhand gewonnen hat. Dass sein Wille sich gegen ihren Wunsch durchgesetzt hat, mich verheiratet und mit einer Familie zu sehen.“

Die drei Ordensfrauen aus unserem Beitrag (rechts: Caroline N'Bengue)
Die drei Ordensfrauen aus unserem Beitrag (rechts: Caroline N'Bengue)

Es hat ihr, wie sie sagt, seitdem nie an den Gebeten und der Unterstützung ihrer Familie gemangelt. „Ich bin nach wie vor fest davon überzeugt, dass der Heilige Geist gewirkt hat und angesichts der Schwierigkeiten, denen man im Ordensleben begegnen kann, auch weiterhin wirken wird. Der Heilige Geist ist am Werk und steht über allen unsichtbaren Kräften.“

Drei Ordensfrauen, drei Geschichten. Sie machen konkret, was es mit dem „Welttag des geweihten Lebens“ auf sich hat.

Die Interviews mit den drei Ordensfrauen führte Françoise Niamien vom Radio Vatikan-Programm für das französischsprachige Afrika.

(vatican news – sk)

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02. Februar 2026, 11:14