Angriffe auf und durch Iran: Weitere Reaktionen
Das American Jewish Committee (AJC) stellte sich hinter das militärische Vorgehen der Vereinigten Staaten und Israels gegen den Iran und machte die iranische Führung für die Eskalation verantwortlich. Die bedeutendste jüdische Interessenvertretung in den USA sprach in einer Erklärung vom Wochenende von „gezielten Militäraktionen“, um „die weltweite Terrorkampagne des iranischen Regimes zu stoppen“. Die Welt werde sicherer sein, wenn die Bedrohung durch die Nuklear- und Raketenprogramme Teherans sowie durch die iranischen Revolutionsgarden ein für alle Mal beseitigt sei.
Welt werde „sicherer“ sein
Das iranische Regime verfolge seit Jahrzehnten eine Politik, die die Interessen der USA bedrohe, Israel und die arabischen Partner gefährde, den Nahen Osten destabilisiere und die globale Sicherheit untergrabe, hieß es weiter. Die Militäraktionen seien die Folge jahrelanger Eskalation, Täuschung und Weigerung des Iran, seinen internationalen Verpflichtungen nachzukommen - einschließlich der jüngsten ergebnislosen Verhandlungen in Genf, erklärte das AJC. Die Verantwortung für diese Krise liege allein bei Teheran. „Wir dürfen nicht vergessen, dass das iranische Regime sein eigenes Volk während monatelanger tödlicher Reaktionen auf diejenigen, die mutig ihre Stimme gegen die Unterdrückung erhoben haben, weiterhin brutal behandelt hat.“
Die in der Orthodox Union zusammengeschlossenen jüdischen Gemeinden wie auch die Republican Jewish Coalition in den USA, ein Verband innerhalb der Republikaner, zogen eine Parallele zur biblischen Geschichte des Esther-Buchs, das von der Errettung der Juden im persischen Reich vor ihrer Vernichtung durch den Hofbeamten Haman sowie dessen Sturz und Hinrichtung handelt. Die Erzählung ist Gegenstand des jüdischen Festes mit ausgelassen-karnevalesken Zügen.
„Gott segne Präsident Trump"?
Die Orthodox Union erklärte, der Militärschlag der USA und Israels habe eine „moderne Bedrohung aus dem Land Hamans“ beseitigt. Seit Jahrzehnten verbreite das iranische Regime Tod und Zerstörung. Das Streben des Landes nach Atomwaffen sei nicht hinnehmbar. „Die heutige Tötung des Ajatollahs ist ein wichtiger Schritt, um dies zu verhindern“, hieß es. Die Leiter des Verbands, Mitch Aeder und Rabbi Josh Joseph, formulieren auch: „Gott segne Präsident Trump. Gott segne die Vereinigten Staaten von Amerika und ihre tapferen Soldatinnen und Soldaten, die diese edle Mission erfüllen.“ Ähnlich lobten die jüdischen Republikaner US-Präsident Donald Trump für die Entscheidung, den „modernen Haman ein für alle Mal zu eliminieren“. Die Militäroperation werde in die Geschichte eingehen.
„Die Menschen im Iran verdienen Besseres"
Der Präsident der Konferenz der Europäischer Rabbiner (CER), Oberrabbiner Pinchas Goldschmidt, erklärte angesichts des Nahostkrieges und des Todes von Irans obersten Führer Ali Chamenei: „In einem Moment, der an die biblische Geschichte von Purim erinnert – als sich das Blatt gegen jene wendete, die die Vernichtung der Juden planten –, hat ein führender Antisemit, der Auslöschung predigte und Terror exportierte, das Schicksal erlitten, das er selbst anderen zugedacht hatte. Seit fast fünf Jahrzehnten unterdrückt die Islamische Republik Iran, geprägt von der fanatischen Ideologie Khomeinis, ihr eigenes Volk und befeuert einen Terror, der der Zerstörung Israels und dem Mord an Juden weltweit gewidmet ist“, so Goldschmidt. Und weiter: „Dies ist der Moment, auf den das iranische Volk seit einem halben Jahrhundert gewartet hat. Die Menschen im Iran verdienen Besseres als eine mittelalterliche religiöse Tyrannei. Sie verdienen Freiheit, Würde und eine Zukunft ohne Angst.“
Als Europäisches Rabbinat vertritt die 1956 in Großbritannien gegründete Konferenz der Europäischen Rabbiner (CER) laut eigenen Angaben rund 1000 Mitglieder und 800 aktive Rabbiner von Dublin bis Wladiwostok und damit die größten jüdischen Gemeinden Europas.
Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC) verurteilt Irans Militärschläge
Islamische Nachbarstaaten des Iran wandten sich gegen die auf den Angriff folgenden militärischen Aggressionen aus dem Iran. Ungeachtet der Darstellung von Irans Präsident Massud Peseschkian, die Tötung von Ajatollah Ali Chamenei durch die USA und Israel sei eine „Kriegserklärung an Muslime“, forderte der Weltverband 57 islamischer Staaten ein Ende der Eskalation und die Rückkehr an den Verhandlungstisch. In einer am Samstagabend verbreiteten Erklärung verurteilte die Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC) in Riad die Angriffe Irans auf benachbarte Mitgliedstaaten.
Das OIC-Generalsekretariat sprach mit Bezug auf iranische Luftangriffe auf Ziele in Saudi-Arabien, mehreren Golfstaaten und Jordanien von Aggression und einer inakzeptablen Eskalation. Diese bedrohe die Stabilität der gesamten Region und habe schwerwiegende Folgen für Frieden und Sicherheit. Die Verletzung der Souveränität von OIC-Mitgliedstaaten und völkerrechtlicher Grundsätze durch den Iran stelle einen gefährlichen Präzedenzfall dar, so der islamische Staatenverband. Er verlangte die Wahrung gegenseitigen Respekts und Nichteinmischung in innere Angelegenheiten.
Papst Leos Akzent: Kein Frieden durch Waffen und Zerstörung
Papst Leo XIV. rief am Sonntag eindringlich dazu auf, die „Spirale der Gewalt“ im Nahen Osten zu stoppen. „Stabilität und Frieden lassen sich nicht durch gegenseitige Drohungen oder durch Waffen, die Zerstörung, Leid und Tod bringen, erreichen, sondern nur durch einen vernünftigen, authentischen und verantwortungsvollen Dialog“, mahnte der Papst. Angesichts der Möglichkeit einer Tragödie von enormem Ausmaß richte er seinen eindringlichen Appell an alle Beteiligten: Sie sollten die moralische Verantwortung übernehmen, die Spirale der Gewalt zu stoppen, bevor sie zu einem unüberwindbaren Abgrund werde. Die Diplomatie möge ihre Rolle wiederfinden und das Wohl der Völker fördern, die sich nach einem friedlichen Zusammenleben auf der Grundlage der Gerechtigkeit sehnten.
Der Papst rief dazu auf, weiterhin für den Frieden zu beten.
(pm/kna/vatican news – pr)
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