Fokolar-Bewegung bestätigt Präsidentin Karram im Amt
Die Generalversammlung in Rocca di Papa bestätigte demnach die bisherige Leiterin mit mehr als zwei Dritteln der Stimmen der 261 Delegierten aus fünf Kontinenten im Amt. Beide Ernennungen hat das vatikanische Dikasterium für die Laien, die Familie und das Leben bestätigt.
„Mit der Gnade Gottes und mit eurer Hilfe nehme ich an“, erklärte Karram unmittelbar nach der Wahl. Besonders habe sie ein Vers aus Psalm 95 berührt: „Würdet ihr doch heute auf die Stimme des Herrn hören, verhärtet euer Herz nicht.“ Sie erneuere „mein Ja, meine volle Hingabe an Gott zusammen mit euch allen, im Dienst der Kirche, der Bewegung und der Menschheit“, so Karram. Almada sagte, er werde „alles geben, mit Kraft, Verstand und Herz; ihr könnt auf mich zählen!“
Karram stammt aus Haifa in Israel und gehört als arabische Christin der dritten Generation an der Spitze der Bewegung an. Sie ist die dritte Präsidentin nach der Gründerin Chiara Lubich. Ihr Weg steht im Zeichen des interreligiösen Dialogs und der universalen Geschwisterlichkeit. Sie studierte Judaistik an der Hebräischen Universität in Los Angeles und übernahm vor ihrer ersten Wahl im Februar 2021 verschiedene Leitungsaufgaben der Fokolare in Los Angeles und Jerusalem.
Arabische Christin aus Israel und Judaistin
Karram engagierte sich in mehreren Gremien für den Dialog zwischen den drei monotheistischen Religionen. Dazu zählen die Bischöfliche Kommission für den interreligiösen Dialog, die Versammlung der katholischen Ordinarien im Heiligen Land sowie der Interreligious Coordinating Council in Israel. Vierzehn Jahre arbeitete sie zudem am italienischen Generalkonsulat in Jerusalem. Später wirkte sie im internationalen Zentrum der Bewegung als Beraterin für Italien und Albanien sowie als Mitverantwortliche für den Dialog zwischen kirchlichen Bewegungen und neuen katholischen Gemeinschaften.
Für ihr Engagement erhielt sie 2013 gemeinsam mit der jüdischen Forscherin Yisca Harani den Mount Zion Award für Versöhnung. Im vergangenen Monat erschien ihr erstes Buch „Prossimità via alla pace. Pagine di vita“ („Nähe – Weg zum Frieden. Seiten eines Lebens“), in dem sie ihre Familiengeschichte und ihre Berufung schildert.
Nach den Statuten steht der Fokolar-Bewegung jeweils eine Frau vor, während der Kopräsident ein Mann ist. Präsidentin und Kopräsident sind geweihte Fokolare mit ewigen Gelübden. Das Modell einer Doppelspitze unter weiblicher Leitung geht auf Chiara Lubich zurück und erhielt 1990 nach vielen Jahren die Bestätigung durch Johannes Paul II. Lubich gründete die Fokolarbewegung 1943 in Trient.
Die Präsidentin begleitet Gemeinschaften in 150 Ländern. Ihre Aufgabe besteht darin, die Bewegung angesichts gesellschaftlicher Herausforderungen zu führen und Brüche im persönlichen und sozialen Leben zu heilen. Gemeinsam mit ihr trägt der Kopräsident Verantwortung für Entscheidungen, geistliche Unterscheidung und die Einheit der Bewegung, die nach eigenen Angaben rund zwei Millionen Mitglieder und Anhänger weltweit hat.
Die Generalversammlung dauert bis zum 21. März. Für diesen Tag ist eine Privataudienz bei Papst Leo XIV. vorgesehen.
(pm – gs)
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