Heiliges Land: Kriegsbedingte Gottesdienst-Einschränkung
Die israelischen Behörden hätten aufgrund der Einschränkungen wegen des Iran-Krieges darum gebeten, die Teilnahme von Menschen im Inneren der Kirche nicht zuzulassen, teilte die Franziskaner-Kustodie am Donnerstagabend mit. Die Liturgien würden von den in der Kirche lebenden Ordensleuten gefeiert und „zu einem konkreten Zeichen des Gebets der gesamten Weltkirche“, so die Kustodie, die seit Jahrhunderten im Auftrag des Papstes über die christlichen Stätten im Heiligen Land wacht.
Die Grabeskirche ist wie der Haram al-Scharif (Tempelberg) und die Klagemauer seit Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar auf Anordnung der israelischen Behörden geschlossen. Landesweit gelten Einschränkungen des Heimatfrontkommandos für das öffentliche Leben. In weiten Teilen des Landes, darunter Jerusalem, sind Bildungsaktivitäten verboten. Versammlungen sind auf 50 Personen begrenzt, unter der Bedingung, dass im Fall eines Luftalarms rechtzeitig ein angemessener Schutzraum erreicht werden kann.
Ähnliche Einschränkungen hatte es in der Grabeskirche 2020 während der Corona-Pandemie gegeben, als das Gotteshaus zwischen dem 25. März und 23. Mai für Besucher geschlossen blieb. Die Kar- und Ostertage sowie die täglichen Gottesdienste wurden von den in der Kirche lebenden Ordensleuten der verschiedenen Konfessionen hinter geschlossenen Türen gefeiert.
Friedensgebet auf dem Ölberg
Das Lateinische Patriarchat von Jerusalem gab derweil bekannt, dass am Palmsonntag, dem Auftakt der Karwoche, ein Friedensgebet auf dem Ölberg unter der Leitung von Patriarch Kardinal Pizzaballa stattfand. Der Patriarch werde den Gottesdienst mit einem Segen für die Heilige Stadt abschließen.
Die traditionelle Prozession musste aufgrund der durch den Konflikt bedingten Einschränkungen abgesagt werden. Pressevertreter bei den möglichen Kar- und Osterfeierlichkeiten sind nicht zugelassen.
In seiner auf der Website des Patriarchats veröffentlichten Erklärung betonte Kardinal Pizzaballa: „Zur Härte dieser Kriegszeit, die uns alle betrifft, kommt nun noch die Unfähigkeit hinzu, Ostern gemeinsam in Würde zu feiern.“ Diese „Wunde“ geselle sich zu „so vielen anderen, die der Konflikt verursacht hat“, doch sie könne das Gebet nicht aufhalten. „Keine Dunkelheit, nicht einmal die des Krieges, kann das letzte Wort haben.“
(kap/vatican news – pr)
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