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Binnenflüchtlinge am Donnerstag in Beirut Binnenflüchtlinge am Donnerstag in Beirut 

Libanon: Helfer fordern Schutz für Kinder

Das deutsche Kindermissionswerk ,Die Sternsinger‘ ist aufgrund der Eskalation der Gewalt im Nahen Osten zutiefst besorgt um die vom Konflikt betroffenen Kinder.

„Mädchen und Jungen haben laut UN-Kinderrechtskonvention ein Recht auf Schutz vor Gewalt“, sagte Pfarrer Dirk Bingener, Präsident des Kindermissionswerks. „Wir fordern alle Konfliktparteien auf, dieses Kinderrecht nicht zu missachten.“

Kinder seien die Hauptleidtragenden dieses Krieges und einer ständigen Gefahr und Angst ausgesetzt, von Bomben und Raketen getroffen zu werden. „Wir hoffen auf eine baldige Deeskalation der Gewalt, damit Kinder in Sicherheit leben und aufwachsen können“, so Bingener.

Für intern vertriebene Kinder und deren Familien im Libanon stellt das Kindermissionswerk jetzt eine Nothilfe in Höhe von 50.000 Euro bereit. Rund 700 Mädchen und Jungen sowie ihre Familien in zehn Notunterkünften in Beirut und Umgebung und im südlichen Teil des Landes werden damit erreicht, so das Hilfswerk. Die Binnenvertriebenen erhielten psychologische Unterstützung und warme Mahlzeiten. Mit der Nothilfe werde zudem das für die Unterkünfte benötigte Heizöl finanziert.


„Viele Kinder leiden unter Traumata und Ängsten“

„Kinder und Jugendliche sind mit überfüllten Unterkünften, eingeschränktem Zugang zu Bildung und hohem psychosozialen Stress aufgrund von Konflikten, Vertreibung und Unsicherheit konfrontiert“, berichtet der Sternsinger-Partner Adyan Foundation, der im Libanon in verschiedenen Landesteilen humanitäre Nothilfe und psychosoziale Unterstützung für Kinder leistet. „Öffentliche Schulen, die vertriebene Kinder aufnehmen, sind voll ausgelastet und verfügen oft nicht über ausreichende Lernmaterialien, Räumlichkeiten und sichere Freizeitbereiche. Viele Kinder leiden unter einer gestörten Alltagsroutine, Traumata und Ängsten.“
Mittlerweile sind im Libanon nach offiziellen Schätzungen mehr als eine Million Menschen vertrieben worden. Mehr als 130.000 von ihnen sind in Notunterkünften untergebracht, andere kommen bei Gastfamilien und Freunden unter oder müssen auf öffentlichen Plätzen übernachten.

Menschen suchen Schutz in Kirche

Der Jesuiten-Flüchtlingsdienst (JRS), ein weiterer, langjähriger und erfahrener Sternsinger-Partner im Libanon, hat seit Beginn der Eskalation des Nahost-Konflikts vor mehr als zwei Wochen damit begonnen, Menschen in einer Kirche in der Innenstadt von Beirut aufzunehmen, die vor den Angriffen Schutz suchen. Der JRS bietet den Vertriebenen dort eine sichere Unterkunft und grundlegende Hilfe an und leistet an weiteren Orten Nothilfe. „Viele Familien, die aus dem Süden, den südlichen Vororten von Beirut und Teilen der Bekaa-Ebene geflohen sind, haben ihre Häuser mit nur wenigen Habseligkeiten verlassen und leben nun in überfüllten Notunterkünften oder Wohngemeinschaften. Viele haben Schwierigkeiten an Lebensmittel, Hygieneartikel und andere lebensnotwendige Güter zu kommen“, berichtet der JRS.

(pm – sk)
 

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19. März 2026, 11:24