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Kurdische Kämpfer in Erbil Kurdische Kämpfer in Erbil  (AFP or licensors)

Nahost-Krieg: Kurden wollen sich heraushalten

Im Nordirak hat sich das öffentliche Leben wegen der jüngsten militärischen Eskalation weitgehend verlangsamt. Schulen und Universitäten blieben geschlossen, die Lage gelte als „instabil“, die Bevölkerung zeige sich „besorgt über die Zukunft“, sagte der chaldäische Erzbischof von Erbil, Bashar Warda.

In Erbil liegt der Sitz der Regierung der Autonomen Region Kurdistan im Irak, die mit dem Krieg Israels und der USA gegen Iran erneut ins Zentrum eines Konflikts externer Mächte geraten ist. Warda betonte, dass sowohl die Region Kurdistan wie auch die irakische Regierung sich in dem neuen Konflikt um Neutralität bemühten. Beide Seiten wollten eine direkte militärische Beteiligung vermeiden. Ziel bleibe, „die Stabilität zu fördern, die Gewalt zu beenden, den Krieg zu beenden.

Warda erinnerte an die Kriegserfahrungen der vergangenen Jahrzehnte. „Für unsere Generation ist es das x-te Kriegsschauplatz, und alle Wunden haben wieder zu bluten begonnen“, sagte er. Die Erinnerungen an den Iran-Irak-Krieg, die Golfkriege, Sanktionen und den Terror des sogenannten Islamischen Staates blieben präsent. „Ich könnte es Angst, Unsicherheit, Sorge, Unruhe nennen, um diesen Gefühlen einen Namen zu geben, aber sie sind lebendig und real.“

Irans Gegenattacken treffen auch christliche Einrichtungen

Iranische Gegenangriffe mit Raketen und Drohnen trafen auch christliche Einrichtungen, erklärte Warda. Er sprach von sechs bis acht Attacken pro Tag. Dies mache „das Leben der Menschen wirklich schwierig, mit einem verbreiteten Gefühl von Unsicherheit und Angst“.

Besonders gefährdet sei der christliche Stadtteil Ankawa nahe dem Flughafen von Erbil. Dort liege auch „eine Militärbasis der Koalitionskräfte“. Bei einem Angriff am 4. März trafen Trümmer einer Drohne das Dach eines Schwesternklosters, eine Katyusha-Rakete beschädigte die Kapelle eines chaldäischen Komplexes. „Zum Glück gab es nur Sachschäden“, sagte Warda. Niemand sei verletzt worden.

Die chaldäische Kirche setzte Jugendtreffen, Katechese und andere nicht notwendige Aktivitäten aus. Gottesdienste, Fastengebete und der Kreuzweg fänden weiterhin statt. „Im Übrigen versuchen wir, diese Phase in Ruhe und Gelassenheit zu leben“, so der Erzbischof. Auch Kontakte in den Iran seien derzeit unterbrochen: „Alle Kommunikation ist eingefroren.“

„Die Ökumene bleibt stark“

Gleichzeitig hätten die Spannungen den Zusammenhalt unter Christen verschiedener Konfessionen neu belegt. „Die Ökumene bleibt stark“, sagte Warda mit Blick auf die Erinnerung an den Irak-Besuch von Papst Franziskus im März 2021, der ersten Visite eines katholischen Kirchenoberhauptes im Zweistromland. Der Nahe Osten sei „eine ungelöste Frage“, doch die Hoffnung auf Frieden bestehe fort. Der Erzbischof bat um Gebet und dankte Papst Leo XIV., der „die Welt ständig daran erinnert, wie groß der Bedarf an Frieden ist, im Nahen Osten und darüber hinaus“.

(asianews - gs)

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11. März 2026, 12:00