Suche

Ein Fulani-Farmer vor seinem Haus in Nigeria, in Plateau State Ein Fulani-Farmer vor seinem Haus in Nigeria, in Plateau State  (AFP or licensors)

Nigeria: Erzbischof ruft zur Förderung von Landwirten auf

Subventionen für einheimische Landwirte statt steigende Lebensmittelimporte: dazu hat der scheidende Präsident der Katholischen Bischofskonferenz Nigerias (CBCN) die Regierung seines Landes aufgerufen. Er beklagte zudem, dass die Einnahmen aus natürlichen Ressourcen der Mehrheit der Bevölkerung nicht zugute kämen.

Mit Blick auf die Lage der Landwirte in Nigeria forderte Erzbischof Lucius Iwejuru Ugorji die Regierung unter Präsident Ahmed Bola Tinubu dazu auf, die Landwirte direkt zu unterstützen statt auf Lebensmittelimporte zu setzen. Dies könne den steigenden Lebensmittelpreisen entgegenwirken: „Wir kritisieren Interventionen, die lediglich darauf abzielen, die Lebensmittelpreise zu senken. Stattdessen sollten die Landwirte unserer Meinung nach durch Subventionen gefördert werden, wie es in den meisten Ländern üblich ist“, so der Erzbischof im Interview mit ACI Africa.

Agrarproduktion stärken für Nahrungssicherheit

Subventionen würden es den Landwirten ermöglichen, Düngemittel, Ausrüstung und andere wichtige Betriebsmittel günstiger zu erwerben und somit Lebensmittel erschwinglicher zu produzieren und zu verkaufen: „Wenn sie kostengünstig produzieren, werden sie auch kostengünstig verkaufen“, zeigte sich der Bischof der Erzdiözese Owerri überzeugt. Eine geschwächte Agrarproduktion könne dagegen künftig zu noch größeren Nahrungsmittelknappheiten führen, warnte er.

Einnahmeverluste durch Illegalität 

Mit Blick auf die angeschlagene Wirtschaft Nigerias beklagte der scheidende Präsident der nigerianischen Bischofskonferenz (CBCN) den Widerspruch, dass die Bürger eines ressourcenreichen Landes weiterhin in Armut leben. „Der Reichtum aus unseren natürlichen Ressourcen kommt der Mehrheit der Bevölkerung nicht zugute“, so Erzbischof Ugorji. Dies sei inakzeptabel. Er nannte illegalen Bergbau und Ölschmuggel als Hauptursachen für Einnahmeverluste und merkte an, dass durch diese beiden Aktivitäten jährlich Millionen von Dollar verloren gingen, was auch die Unsicherheit verschärfe. Reformen des Bergbausektors seien ein Schritt in die richtige Richtung, so Lucius Iwejuru Ugorji, zugleich brauche es aber den ergänzenden Einsatz moderner Technologien, um Sicherheit im Sektor zu gewährleisten und Transparenz zu schaffen.

„Der Reichtum aus unseren natürlichen Ressourcen kommt der Mehrheit der Bevölkerung nicht zugute“

Vertrauen der Wähler zurückgewinnen

Auch zur Wahlmüdigkeit und der sinkenden Wahlbeteiligung der Bevölkerung äußerte sich der scheidende Präsident der Katholischen Bischofskonferenz Nigerias (CBCN) gegenüber ACI Africa. Die Wahlbeteiligung sei von 69 Prozent im Jahr 2003 auf 23 Prozent im Jahr 2023 und bei den jüngsten Wahlen im Hauptstadtterritorium Abuja sogar nur auf sieben Prozent gesunken, referierte er. „Ein Grund dafür könnte sein, dass die Wähler kein Vertrauen mehr in den Wahlprozess haben“, so der katholische Kirchenvertreter, „sie haben nicht das Gefühl, dass ihre Stimme zählt“.

Um das Vertrauen der Öffentlichkeit wiederherzustellen, müsse die Nationalversammlung ihre Position zu den Wahlreformen überdenken und korrekte Wahlen garantieren – etwa durch eine elektronische Übermittlung der Wahlergebnisse in Echtzeit von den Wahllokalen an die Auszählungszentren, ohne menschliches Eingreifen. „Das wird dazu beitragen, das Vertrauen der Bevölkerung in den Wahlprozess zu stärken“, so Erzbischof Lucius Iwejuru Ugorji.

Der Erzbischof äußerte sich in der vergangenen Woche am Rande der ersten Vollversammlung der Bischofskonferenz (CBCN) in Abuja gegenüber ACI Africa.

(aciafrica – pr)

Danke, dass Sie diesen Artikel gelesen haben. Wenn Sie auf dem Laufenden bleiben wollen, können Sie hier unseren Newsletter bestellen.

02. März 2026, 11:43