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Christen in Pakistan protestieren gegen wiederholte Menschenrechtsverletzungen Christen in Pakistan protestieren gegen wiederholte Menschenrechtsverletzungen  (ANSA)

Pakistan: Tausenden Christen droht Zwangsräumung

Die Entwicklungsbehörde von Islamabad hat am Mittwoch die Bewohner zweier Slums dazu aufgefordert, ihre Siedlungen zu verlassen. Unter den knapp 25.000 Betroffenen befinden sich viele Christen. Die Behörde verstößt damit gegen ein Urteil des obersten Gerichtshofs.

Die für die Planung, Entwicklung und Verwaltung der Hauptstadt Islamabad zuständige Behörde forderte am vergangenen Mittwoch rund 25.000 Bewohner der Rimsha- und Akram-Masih-Gill-Slums dazu auf, innerhalb von drei Tagen ihre Häuser zu räumen. Viele von ihnen sind Christen, die erst Anfang der 2010er Jahre in diese Gebiete umgesiedelt worden waren. Die Umsiedlung erfolgte damals aufgrund von falscher Gotteslästerungsanschuldigungen

Die Menschenrechtskommission von Pakistan drückte in Bezug auf die Räumungsaufforderung ihre Besorgnis aus. Sie forderte die Regierung dazu auf, die drohenden Räumungen zu stoppen. Den Betroffenden sollten zuerst neue Siedlungen angeboten werden, die mit nationalem Recht und Menschenrechten konform wären. 

Arbeit an Lösungen

Trotz der drohenden Vertreibung aus den Wohngebieten forderten verschiedene christliche Aktivisten die Bewohner dazu auf, sich ruhig zu verhalten und nicht zu protestieren. Mit der Unterstützung von Erzbischof Joseph Arshad von Islamabad-Rawalpindi könne man Druck aufbauen. Gleichzeitig arbeitet die Nationale Kommission für Gerechtigkeit und Frieden der pakistanischen Bischöfe mit Menschenrechtsgruppen und Politikern zusammen, um die Zwangsräumungen zu verhindern.

Mit der Räumung würde die städtische Entwicklungsbehörde gegen ein Urteil des obersten Verfassungsgerichts Pakistans von 2015 verstoßen, das die Erlaubnis von Zwangsräumungen nach einer Verfassungsbeschwerde für eine unbestimmte Zeit aussetzte.

(ucan - cf)

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12. März 2026, 15:03