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Mimosen - vielerorts das Symbol für den Weltfrauentag Mimosen - vielerorts das Symbol für den Weltfrauentag  

Weltfrauentag: Kritik an „Lifestyle-Teilzeit“ und Gewalt gegen Frauen

Der Weltfrauentag soll weltweit die Menschen an den langen Kampf für Gleichberechtigung und bessere Arbeitsbedingungen von Frauen erinnern. Politik und gesellschaftliche Akteure machen vor dem Aktionstag am Sonntag auf anhaltende Missstände aufmerksam.

Der Generalsekretär des Europarates, Alain Berset, plädierte für eine bessere Zusammenarbeit der EU-Mitgliedstaaten, um Sicherheit und uneingeschränkte demokratische Teilhabe von Frauen zu gewährleisten. „Die in der Istanbul-Konvention festgelegten Standards sind nur dann wirksam, wenn sich die Mitgliedstaaten zu ihren Grundsätzen, ihrer Umsetzung und Durchsetzung verpflichten“, so Berset in Straßburg. Weltweit werde alle zehn Minuten eine Frau von einem Bekannten getötet - und in Europa sei jede dritte Frau von partnerschaftlicher Gewalt betroffen.

Kritik an „Lifestyle-Teilzeit“

Der Sozialverband Deutschland VDK richtete den Blick auf die aktuelle Debatte über Einschränkungen des Rechts auf Teilzeit. Präsidentin Verena Bentele kritisierte den Vorwurf der „Lifestyle-Teilzeit“ als realitätsfern und respektlos. Gerade von Frauen unbezahlte geleistete Care-Arbeit zwinge viele in Teilzeit - nicht aus Lifestyle-Gründen, sondern weil Alternativen fehlten. „Diese Teilzeitbiografien mindern nicht nur das Einkommen, sondern führen häufiger zu Altersarmut“, so Bentele. Die unbezahlte Sorgearbeit von Frauen müsse gesellschaftlich endlich anerkannt und von der Politik stärker berücksichtigt werden.

Der Katholische Deutsche Frauenbund hatte am Freitag bereits den Fokus auf die Gesundheit von Frauen gerichtet. Diese müsse stärker in den Mittelpunkt von Politik, Forschung und medizinischer Versorgung gestellt werden. Trotz Fortschritten bestünden weiterhin erhebliche Wissenslücken in der Medizin, da Forschung und Behandlung über Jahrzehnte überwiegend am männlichen Durchschnittskörper ausgerichtet gewesen seien.

Der Ursprung des Weltfrauentags

Der Internationale Frauentag entstand aus der Arbeiterinnen- und Frauenbewegung. In den Vereinigten Staaten protestierten 1908 Frauen für bessere Arbeitsbedingungen und das Wahlrecht. 1910 wurde auf einer Konferenz in Kopenhagen ein internationaler Frauentag vorgeschlagen. 1911 wurde er erstmals in mehreren europäischen Ländern gefeiert. Das Aktionsdatum, der 8. März, geht auf einen Frauenstreik 1917 in Russland zurück.

(kna - cs)

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07. März 2026, 15:52