Krieg im Nahen Osten verschlechtert Lage in Afrika
Länder, die bereits unter langjährigen Konflikten, politischer Instabilität, Armut und dem Mangel an grundlegenden Gütern leiden – etwa in der Region der Großen Seen oder am Horn von Afrika – sind nun mit weiteren Belastungen konfrontiert. Nach Einschätzung von Missionaren vor Ort sind besonders die wirtschaftlichen Folgen gravierend. Steigende Energiepreise und mögliche Unterbrechungen von Handelsrouten, etwa durch Spannungen rund um die Straße von Hormus, könnten humanitäre Hilfslieferungen verzögern und die Versorgung mit lebenswichtigen Gütern erschweren. Dies würde fragile Staaten wie den Sudan noch stärker in eine humanitäre Krise treiben. Auch in anderen Ländern wird mit steigenden Preisen für Treibstoff und Transport gerechnet, was sich direkt auf Lebensmittelversorgung und Alltag der Menschen auswirkt.
Der Unbeschuhte Karmeliter Aurelio Gazzera ist Bischof-Koadjutor in Bangassou in Zentralafrika. Er äußerte gegenüber der Agentur Sir neben wirtschaftlichen vor allem auch politische Sorgen. Militärische Entscheidungen wie diejenige des US-Präsidenten Trump, der ohne klaren Auftrag durch seinen Kongress einen Krieg beginne, könnten autoritären Regierungen in Afrika als „fürchterliches Vorbild“ dienen und deren Machtansprüche stärken. In Ländern wie der Zentralafrikanischen Republik bestehe bereits seit längerem die Sorge vor einer zunehmenden autoritären Entwicklung, unterstreicht ebenfalls eine Missionarin in dem Land. Gleichzeitig könnten bewaffnete Gruppen, etwa im Kongo, durch die internationale Eskalation ermutigt werden, ihre Gewalt fortzusetzen.
Angespannte Lage zusätzlich verschärft
Auch andere Stimmen aus der Region bestätigen diese Befürchtungen. Ordensleute zeigen sich überzeugt, dass die wirtschaftlichen Auswirkungen bald spürbar sein werden, insbesondere durch steigende Transportkosten und Versorgungsengpässe. In Ländern wie Äthiopien, wo zudem politische Wahlen anstehen, verschärfe die internationale Unsicherheit die ohnehin angespannte Lage zusätzlich.
Insgesamt drohe ein Dominoeffekt, so die Analyse: Die Konflikte im Nahen Osten verstärkten bestehende Krisen in Afrika, trieben Armut und Instabilität weiter an und lenkten zugleich die Aufmerksamkeit der internationalen Gemeinschaft von afrikanischen Konflikten ab. Dadurch werde es schwieriger, Friedensprozesse voranzubringen. Als zentrale Frage bleibe, wer sich noch aktiv für Frieden und Stabilität in Afrika einsetzt, wenn andere Teile der Welt selbst zunehmend in Konflikte verstrickt sind.
(sir - cs)
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