Pizzaballa: Kruzifix-Schändung im Libanon ist Angriff auf christlichen Glauben
Cecilia Seppia und Mario Galgano - Vatikanstadt
In einer offiziellen Mitteilung, die von Kardinal Pierbattista Pizzaballa, dem Lateinischen Patriarchen von Jerusalem und Vorsitzenden der Versammlung, unterzeichnet wurde, wird dieser Vorfall als schwerwiegend eingestuft.
Die Versammlung, die Bischöfe und religiöse Oberhäupter verschiedener Riten – darunter des lateinischen, melkitischen, maronitischen, armenischen, syrisch-katholischen und chaldäischen Ritus – vereint, koordiniert die pastoralen Aktivitäten in Israel, Palästina, Jordanien und Zypern. In ihrem Schreiben fordert sie Konsequenzen für die Tat.
Forderung nach disziplinarischen Maßnahmen
„Diese Tat stellt einen schweren Affront gegen den christlichen Glauben dar und reiht sich in andere gemeldete Vorfälle der Schändung christlicher Symbole durch Soldaten der israelischen Streitkräfte im Südlibanon ein“, heißt es in dem Text. Zudem weise der Vorfall auf eine „besorgniserregende Lücke in der moralischen und menschlichen Bildung hin, in der selbst die elementarste Ehrfurcht vor dem Heiligen und der Würde anderer schwer beeinträchtigt wurde“.
Die Versammlung verlangt daher eine „sofortige und entschiedene Disziplinarmaßnahme, einen glaubwürdigen Prozess der Rechenschaftspflicht und klare Garantien dafür, dass ein solches Verhalten weder toleriert noch wiederholt wird“.
Das Kreuz als Symbol der Hoffnung
Trotz des Vorfalls betont Kardinal Pierbattista Pizzaballa im Namen der Versammlung die bleibende Bedeutung des Kreuzes, gerade in Zeiten des Konflikts. Unter Bezugnahme auf den Apostel Paulus erklärt er: „Ich aber will mich allein des Kreuzes Jesu Christi, unseres Herrn, rühmen, durch das mir die Welt gekreuzigt ist und ich der Welt.“ (Galater 6,14). Für Gläubige bleibe das Kreuz eine Quelle der Würde, der Hoffnung und der Erlösung sowie eine Aufforderung, Gewalt durch aufopferungsvolle Liebe zu überwinden.
In der Mitteilung wird hervorgehoben, dass die Kirche weiterhin verkündet, dass wahrer Friede nicht aus Gewalt entstehen kann. Bezugnehmend auf Worte von Papst Leo XIV. heißt es, der Friede müsse „unbewaffnet“ bleiben und lade dazu ein, „das Schwert in die Scheide zu stecken“.
Appell für ein Ende des Krieges
Abschließend richtete die Versammlung einen erneuten Appell an die beteiligten Parteien, die Feindseligkeiten in der Region zu beenden. Der Nahe Osten sei von einem Konflikt gezeichnet, der menschliches Leben und soziale Strukturen zerstöre. Es müsse ein Weg eingeschlagen werden, auf dem sich Friede durch „Mäßigung, Dialog, Verantwortung und Respekt vor dem Heiligen und vor jedem menschlichen Leben“ manifestiere.
(vatican news)
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