Ärztliche Untersuchung in einer Einrichtung von Save the Children in Nigeria Ärztliche Untersuchung in einer Einrichtung von Save the Children in Nigeria 

Balkanroute: Minderjährige laut Analyse oft „unsichtbar“ in Migrationsdaten

Save the Children fordert die Europäische Union auf, den Schutz von Kindern ins Zentrum der Migrationspolitik zu stellen. Die Organisation warnt davor, dass minderjährige Migranten in Europa zunehmend aus den offiziellen Statistiken verschwinden – und dadurch schlechter geschützt sind.

Besonders entlang der Balkanroute seien Kinder und Jugendliche wachsenden Risiken ausgesetzt, während gleichzeitig Schutzangebote zurückgehen, so die Organisation in einer Analyse, die an diesem Donnerstag vorgestellt wurde. Zwar registrierte Frontex für 2025 rund 12.500 irreguläre Grenzübertritte – deutlich weniger als im Vorjahr. Doch laut Save the Children nutzen weiterhin viele Menschen die Route, zunehmend über gefährlichere Wege und mithilfe von Schleusernetzwerken.

Unsichtbar und ungeschützt

Minderjährige würden häufig nicht erfasst, so die Organisation. „Wenn Kinder unsichtbar sind, können sie nicht geschützt werden“, erklärte Federica Toscano von Save the Children. Würden sie statistisch unterschätzt, verschwänden auch die für sie vorgesehenen Schutzmaßnahmen. Gleichzeitig seien Mittel für Aufnahmezentren, rechtliche Betreuung und Vormundschaft zurückgegangen.

Berichte von Minderjährigen sprechen von Gewalt, Erpressung und systematischer Ausbeutung entlang der Route, darunter auch sexuelle Gewalt und Zwangsarbeit. Hinzu kommen laut der Organisation illegale Zurückweisungen an EU-Grenzen.

Weniger Hilfe vor Ort

In Transitländern wie Serbien und Bosnien und Herzegowina hat sich die Zahl der Aufnahme- und Unterstützungszentren seit 2024 mehr als halbiert. Damit werde der Zugang zu Schutz und Registrierung zusätzlich erschwert. Auch andere grundlegende Dienste wie rechtliche Beratung, Vormundschaft und psychosoziale Betreuung seien reduziert worden.

Save the Children fordert vor dem Inkrafttreten des EU-Pakts zu Migration und Asyl am 12. Juni, den Schutz von Kindern ins Zentrum zu stellen – mit verlässlichen Daten und stärkeren Investitionen in Schutzsysteme sowie eine engere Zusammenarbeit zwischen Transit- und Zielländern.

(vatican news - bp)

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30. April 2026, 13:02